Mein Resümee zur WOMH 2016 – ein Dank an die Heinzelmännchen-Branche

Das war es! Über 7.000 Gäste aus rund 50 Ländern, vor allem Kunden aber auch Händler, Geschäftspartner und Mitarbeiter, haben vom 9. bis 25. Mai die zweite World of Material Handling besucht. Unter dem Motto „linked perspectives“ zeigte Linde vier zusammenhängende Themenfelder: Automatisierung, Individualisierung, Vernetzung und Energiesysteme. Es war eine Art Leitfaden für die Besucher, der ihnen Orientierung für zukünftige Herausforderungen mit Blick auf die Bewerkstelligung der Materialflüsse im Lager, in der Produktion und darüber hinaus bot.

Warum hatte Linde das so aufgezogen? Was hatten die Gäste davon?

Nein, Linde verkauft nicht einfach nur Gabelstapler. Sie müssen und wollen mit der Zeit gehen. Es wäre einfach gewesen, neue Produkte aufzustellen und neue Services zu präsentieren: „Da, seht her, was wir Tolles bieten, kauft!“. So wie wir es von Messen kennen. Jeder Hersteller bietet seine Waren feil, die Musikboxen dröhnen, die Kunden sollen positiv gestimmt werden. Irgendwie muten solche Konzepte mir persönlich veraltet an. In einer Zeit, die sich durch eine immer stärker zunehmende Vernetzung der Wirtschaft auszeichnet, globale Warenströme immer arbeitsteiliger gelenkt werden, moderne Kommunikationssysteme den Abstand zwischen Kunden und Unternehmen drastisch verkürzen, Entwicklungszyklen immer kürzer werden, kann es sich ein Marktführer nicht mehr leisten, auf herkömmliche Konzepte zu setzen.

Die Kunden haben Fragen. Die sich eben nicht in dem besagten „da, schau her, unser Stapler“ erschließen. Natürlich gibt es sie noch, Kunden mit einfachen Anforderungen. Natürlich gibt es auf der anderen Seite immer mehr Kunden, die wissen müssen und wissen wollen, wie sie sich in der nahen Zukunft ausrichten sollen. Sie können sich teilweise weder eine Strategieabteilung leisten, noch haben sie Zeit für Marktforschungen. Ein Format wie die World of Material Handling geht auf die Anforderungen beider Seiten ein.

Es ist daher nur eine logische Schlussfolgerung, dass Linde vorausdenkt. Wenn nicht Linde, wer dann? Linde sieht sich verantwortlich für seine Kunden, damit sie optimale Lösungen erhalten, die eben nicht in fünf Jahren veraltet sind. Denke wir beispielsweise an OptiPick. Sollen etwa alle Kunden immer noch mit manuellen Flurförderfahrzeugen die Lager befahren? Welch‘ eine altertümliche Vorstellung! Oder soll der junge Nachfolger in vierter Generation im Jahre 2018 immer noch rätseln, wo sich seine Fahrzeuge befinden, um eingehende Aufträge zu bearbeiten? Keine Ortungsfähigkeit im 21. Jahrhundert? Wozu hat Linde die Mutter aller modernen Logistik-Systeme vorgestellt?

Es geht eben um all die künftigen Fragen. Die Wirtschaft bleibt niemals stehen. Wer denkt, dass er mal eben so 20 Jahre abwarten kann, bis der Sturm der Digitalisierung an ihm vorbeizieht, wird das Feld dem Wettbewerb überlassen.

Florian Heydenreich hatte es in seinem Vortrag „Starre Strukturen aufbrechen – Veränderungen und Treiber in der Intralogistik“ sehr deutlich aufgezeigt: „Intelligente Lösungen, z.B. intelligente zukünftige Fabriken, zeichnen sich durch Wandlungsfähigkeit, Ressourceneffizienz, ergonomische Gestaltung sowie die Integration von Kunden und Partnern aus. Argumente, welche für flexible Abläufe in Wertströmen sprechen.“ Man kann die Augen davor verschließen und weiterhin tradierten Lagerpfaden folgen oder sich der Zukunft stellen. Und genau das tat Linde und bot den Gästen entscheidende Ausblicke an.

Wer nur Produkte sehen will, dem wird eine gewöhnliche Messe reichen. Wer noch in 20 Jahren ein Logistik-Unternehmen führen möchte, dem sei das Konzept von Linde wärmstens empfohlen. Besser geht es nicht mehr!

Wer ist Linde?

Das kann ich nach den drei Wochen World of Material Handling sagen: Ich habe bisher so gut wie keine Firma in meinen 49 Jahren erlebt, die dermaßen mit und für den Kunden denkt. Das „Amt für Gabelstapler“? Nein, ein Amt wäre zu langsam. Der Begriff passt nicht. Die Art der Qualitätsdenke – Dinge bis zur letzten Schraube zu durchdenken und nicht nur an der Oberfläche zu kratzen, bis es glänzt – verlangt Einsatz.

Großen Einsatz zeigte während der WoMH das gesamte Team vor Ort. An dieser Stelle vielen Dank an alle Unterstützer!

Das Stand- und Orgapersonal der WoMH 2016

Die Heinzelmännchen-Branche – auf ein persönliches Wort

Wer bringt uns das Essen? Wer versorgt uns mit Kleidung? Wo kommen all die Güter her, die wir tagtäglich nutzen? Teilweise bestellen wir sie heute und wenige Stunden später klingelt es an der Haustür. Für uns Endverbraucher ist die Welt der Logistik ein Buch mit sieben Siegeln. Wir sehen sie nie, wir wissen nichts über sie. Dennoch ist sie immer da, wenn auch unsichtbar. Kennen sie jemanden, der mal „Danke, dass ihr euren Job macht!“ gesagt hat? Warum eigentlich nicht? Ohne die Heinzelmännchen würde die Welt stillstehen. So einfach diese Tatsache auch ist, so schnell wird sie vergessen. Also, ein großes Dankeschön stellvertretend für die vielen Menschen da draußen, die auch heute ins Regal greifen werden, was die Logistik herbeigezaubert hat!

 

Interview: Kerry McDonagh – UK

Kerry McDonagh ist Managing Director von Linde Material Handling in UK und stand mir Rede und Antwort mit hochspannenden Aussagen. Es geht um nicht weniger als eine mögliche Zukunft der Logistik und was dies sowohl für die Kunden aber für Linde selbst bedeutet. Ein sehr angenehmer Mensch im Übrigen – als ich ihn fragte, ob ich ihn mit Mr. McDonagh ansprechen soll, meinte er: „Please call me Kerry – Mr. McDonagh, that was my father.“ Vorhang auf für ein erhellendes Interview mit einem Gesprächspartner, der die Dinge auf den Punkt bringt:

Zum Video mit deutscher Übersetzung.

 

Flag EN  Erfahren Sie mehr zu Großbritannien im Länderprofil: Großbritannien – effizienter Flottenmanager

Interview: Georges Giovinazzo, Italien

Wir konnten Herrn Georges Giovinazzo von Linde Material Handling – Ländermanager für Italien – auf der WOMH 2016 rund um die Belange seiner italienischen Kunden befragen. Es geht im Interview um das Feedback seiner Kunden zur World of Material Handling, aber auch um Fragen der wirtschaftlichen Entwicklung Italiens und der Aussichten des Landes. Vorhang auf:

 

Könnten Sie sich bitte vorstellen?

Ich bin Georges Giovinazzo, der Geschäftsführer von Linde Material Handling Italia.

Wie ist das Feedback Ihrer italienischen Kunden zur WoMH 2016?

Der Besuch der WoMH war eine sehr interessante Erfahrung für unsere Kunden: „Wir finden hier alles, wonach wir suchen.“ Unsere Kunden mögen es, eine klare Vorstellung davon zu haben, was Linde für die Zukunft plant.

Wofür interessieren sie sich besonders?

Eigentlich war alles sehr interessant. Denn im Moment erleben wir nicht nur Zeiten des Wandels, sondern revolutionäre Zeiten. Das heißt: Vernetzung, Automatisierung, Stromsparen und darüber hinaus die Anpassung an kundenspezifische Anforderungen – das waren die Hauptanliegen unserer Kunden.

Können Sie uns die aktuelle Situation in Italien im Bereich Logistik beschreiben?

Aktuell ist der Markt in Italien sehr dynamisch. Nach einer langen Krise erholen wir uns jetzt ein bisschen. Aber wir haben viele Produktionskapazitäten verloren. Das heißt, Logistik ist auf unserem Markt jetzt sehr, sehr wichtig. Jetzt ist der Markt wirklich auf Logistik ausgerichtet.

Die Situation wird sich also verändern. Wie verhelfen Sie Ihren Kunden zu einer klaren Vision der künftigen Herausforderungen?

Wie wir unseren Kunden helfen? Wie ich meinen Außendienstmitarbeitern immer sage: „Verkauft keine Gabelstapler, sondern verkauft das Problem, das ihr gelöst habt.“ In anderen Worten: „Verkauft eine Lösung.“ Und diesen Ansatz müssen wir weiterentwickeln, um gemeinsam mit unseren Kunden ihre Bedürfnisse zu klären und ihnen eine Lösung anzubieten. Eine Lösung für allgemeine Probleme, aber auch für die Bedürfnisse, die künftig auf sie zukommen werden.

Gibt es konkrete Beispiele für solche Lösungen?

Es besteht aktuell beispielsweise eine größere Nachfrage nach Automatisierung, weil sie unseren Kunden die Möglichkeit größerer Effizienz und Produktivität bietet. Unsere Kunden fragen auch verstärkt nach Vernetzung, damit sie die Bedienung unserer Gabelstapler genau kennen und die Effizienz der Fahrer kontrollieren können.

Gibt es eine italienische Entsprechung für: „Packen wir’s einfach an!“

Come tutte le cose che abbiamo visto qui, per affrontare il futuro, ce la facciamo!
(Bei all dem, was wir hier gesehen haben, werden wir’s schaffen, die Zukunft anzupacken!)

 

Flag IT  Erfahren Sie mehr zu Italien im Länderprofil: Italien – kundennaher Lösungsanbieter

Interview: Jerome Wencker – Managing Director Fenwick-Linde

Ich hatte die Möglichkeit Jerome Wencker zu interviewen. Er ist Managing Director bei Fenwick-Linde und Leiter für Sales & Service in West- und Mitteleuropa sowie Afrika. Wir sprachen über die Interessen der französischen Kunden, die die World of Material Handling besucht haben, über die aktuellen Herausforderungen, denen sie gegenüberstehen – derzeit und in naher Zukunft – und wie sich der Markt in Frankreich aus der Sicht der Logistik entwickeln wird.

 

Sehen Sie hier das Interview im Original oder lesen Sie die unten stehende Übersetzung:

Mein Name ist Jerome Wencker, ich bin Managing Director von Fenwick Linde, der Ländergesellschaft von Linde in Frankreich, und ich bin zudem verantwortlich für die Sales- und Serviceentwicklung in Westeuropa, im Mittleren Osten und Afrika.

Was können Sie uns über das Feedback und die Interessen der französischen Kunden hier auf der WoMH erzählen?

Unsere französischen Kunden waren sehr zufrieden mit diesem Event, zunächst mit dem Werksbesuch, den sie sehr interessant fanden – sie wären gerne noch viel länger geblieben, um sich die Prozesse noch genauer anzusehen. Zum Ersten war also die Werksführung sehr positiv und zweitens heute dann der Besuch der WoMH, den sie sehr schätzten. Sie fanden die Organisation, die Logistik sehr gut und bewerteten besonders die Inhalte als sehr umfassend, sehr positiv und sehr konstruktiv für die Zukunft. Sicherlich gibt es wichtige Trends, vor allem in Bezug auf Automatisierung. Das gilt besonders für unsere produzierenden Kunden. Individualisierung und Energiemanagement waren die zweitwichtigsten Themen für unsere Kunden.

Was sind die derzeitigen Herausforderungen für Ihre Kunden?

Das sind ganz eindeutig zwei Punkte: Das ist Kostensenkung – etwas, mit dem wir alle umgehen müssen – und ebenso deutlich ist das Zweite Flexibilität. Mit Bezug auf Kostensenkungen heißt das zum Teil natürlich Personalkosten zu sparen – das ist ein Kostenfaktor ebenso wie ein Managementaspekt. Und sicher ist das die Flexibilität. Unsere Automatisierungslösung mit Balyo, zum Beispiel, verschafft unseren Kunden in den verschiedenen Logistik-Segmenten ein hohes Maß an Flexibilität.

Was sind aus Ihrer Sicht die Herausforderungen in Frankreich – sagen wir in den nächsten fünf Jahren?

Ich würde sagen Frankreich hat zwei wesentliche Ziele bzw. Herausforderungen: Erstens verschiebt sich der Fokus in unserem Land mehr und mehr auf Transport und Logistik und zweitens versuchen wir dennoch unserer Industrien weiter auszubauen – die in den letzten Jahren etwas Probleme hatten, sich aber mittlerweile wieder eine gute Ausgangsposition erarbeitet haben und sich gut entwickeln. Die Herausforderung für unseren Markt – der schon ein sehr reifer Markt ist und in dem wir schon einen großen Anteil an Lagertechnikgeräten haben, d.h. wir haben bereits ein gewisses Niveau an Spezialisierung und Individualisierung – wird sein ein noch höheres Maß an Produktivität zu erreichen. Das heißt noch mehr Automatisierung in den nächsten fünf Jahren. Und die IT rund um die Automatisierung und die Logistik wird der Schlüssel für die Weiterentwicklung der französischen Wirtschaft sein.

 

Flag FR  Erfahren Sie mehr zu Frankreich im Länderprofil: Frankreich – maßgeschneiderte Wartungsverträge und Vorreiter bei der Automatisierung

Und wie gefällt es Ihnen hier auf der WoMH?

In der vergangenen Woche haben wir hier auf dem WoMH-Gelände Stimmen von Kunden, Händlern und anderen Gästen eingefangen – die einfache Frage: „wie gefällt es Ihnen den hier auf der WoMH?“ Hier eine Auswahl der Statements als Rückschau.

Hören Sie selbst – die „Stimmen der WoMH“:

Mit diesem positiven Feedback geht es heute motiviert in die letzte Runde. Die dritte und letzte Woche beginnt.

150 Stapler für Frankreich und die Gründe dafür

Warum kommen die Besucher zur World of Material Handling? Um sich über die neuesten Trends und Produkte zu informieren, die ausgestellten Produkte und Services unter die Lupe zu nehmen und natürlich kommen sie auch, um sich mit den Linde-Mitarbeitern auszutauschen.

Warum sollte es aber anders als auf einer Messe sein, auf der ebenso Geschäftsabschlüsse getätigt werden? So auch auf diesem Event. Ich hatte das Glück, einen der Kunden unmittelbar nach dem Geschäftsabschluss einige Fragen stellen zu können. Es handelt sich um Herrn Pierre-Georges Chausson von der Firma Chausson Matériaux mit Sitz in Frankreich – er unterzeichnete vor Ort einen Vertrag für 150 E30 Gabelstapler.

WOMH 2016 - Customers

Herr Pierre-Georges Chausson, président et directeur général de Chausson Matériaux und Herr Christophe Lautray, Geschäftsführung Linde Material Handling.

Herr Chausson, wie gefällt es ihnen bisher auf der World of Material Handling?
Zunächst einmal: Es ist eine großartige Präsentation, und vor allem gab es interessante, zukünftige technologische Weiterentwicklungen zu sehen. Interessant ist das, weil es uns neue Projekte bringen wird.

Können sie uns etwas über ihr Unternehmen sagen?
Wer Chausson Matériaux ist? Wir sind ein Familienunternehmen und handeln mit Baustoffen. Das heißt, wir verkaufen Bau-Produkte an die Baubranche. Wir haben 350 Standorte, davon 320 Vertriebsstellen und ungefähr 30 Industrieanlagen.

Was waren die wichtigsten Gründe, sich für Linde Material Handling Fahrzeuge zu entscheiden?
Was meine Entscheidungskriterien waren? Warum Fenwick (Anm. d. Red. : In Frankreich werden Linde-Produkte unter dem Markennamen“Fenwick“ geführt)? Zunächst einmal hat Fenwick exzellentes Material. Wir sind heute in Frankreich im ländlichen Raum verankert, sie verfügt also über ein besseres Wartungsnetzwerk. Und seit Jahren besteht zwischen uns ein Klima des Vertrauens, das für Geschäftsbeziehungen wichtig ist.

Wir danken für das Gespräch.

 

Flag FR  Erfahren Sie mehr zu Frankreich im Länderprofil: Frankreich – maßgeschneiderte Wartungsverträge und Vorreiter bei der Automatisierung