Während am ersten und zweiten Tag des World of Material Handling Events die internationale Vertriebs- und Servicemannschaft von Linde sehr intensiv und eingehend mit den Innovationen und Produktneuheiten von Linde vertraut gemacht wurde, war die Presse parallel zu Gast. Soweit ich das in den Gesprächen mit den Pressekollegen entnehmen konnte, waren sie mit dem Event insgesamt mehr als zufrieden und nahmen viel Material und Eindrücke in ihre Redaktionsbüros mit.

Am Tag 3 standen die deutschen Händler mit ihren Verkäufern und Servicemitarbeitern auf der Besucherliste – mit über 500 Personen eine der größten Gruppen, die auf der WoMH erwartet wurden überhaupt. Auch für sie stand ein straffes Programm mit zahlreichen Präsentationen und Expertengesprächen auf der Tagesordnung.

Klar, die Chance ließ ich mir nicht entgehen, mich mit den Händlern und Servicemitarbeitern zu unterhalten. Wenn nicht diese Gruppe dann wer sonst könnte mir mehr erzählen, die tagtäglich mit den Kunden Kontakt haben. Ich hatte die Gelegenheit, mich quer durch Deutschland durchzufragen, von Norden bis Süden, von West nach Ost. Wie kommen die Linde-Produkte an, welche Probleme gibt es, wo ist Sand im Getriebe, wie zufrieden sind die Kunden, das waren die Fragen.

WOMH 2016 - Besucher

Zunächst reagierten die Angesprochen natürlich etwas skeptisch auf mich. Die Antworten fielen zunächst etwas zäh und oberflächlich, um nicht zu sagen vorsichtig aus. Doch wir kamen recht schnell stets zum Kern.

Greifen wir das Gesprächsthema Vernetzung auf, das ich mit einem Verkäufer aus dem Rhein-Main Gebiet führte. Ob denn das Thema Vernetzung und Digitalisierung überhaupt schon bei den Kunden angekommen sei, außer eben bei den üblichen Großunternehmen? Die Antwort auf hessisch überraschte mich dann doch: „Nee, die Kunde treibe doch Linde vor sich her und könne net genug bekomme! Die Kunden haben ebbe verstande, was es mit der ganzen Kiste uff sich habe!“ Übersetzt: Die Kunden erwarten von Linde eine zunehmende Lösungsvielfalt vernetzter Systeme. „Natürlich gibts ach die Kunde, die das so net brauche, wenn die nur einmal am Tach die Teppichrolle von A nach B fahre, völlig ok.“ Sprich, nicht jeder Kunde muss und will ein System für das Flottenmanagement haben. Nicht jeder Kunde muss punktgenau sehen, in welchem Zustand sich die Fahrzeuge befinden. Da ich selbst aus der IT-Welt komme, ist das immer ein gutes Zeichen, wenn die Nutzer ein System nicht per se ablehnen, sondern sogar um Erweiterungen bitten, insofern ein betrieblicher Bedarf besteht.

Ein weiteres Gespräch drehte sich um die neuen Energiesysteme, alle voran die immer noch recht neue Lithium-Ionen Technik, die kräftig an Fahrt aufnimmt. Während sich die Automobilbranche schwer tut damit, sind alternative Antriebstechniken in der Welt der Logistiker schon längst angekommen, speziell die Nasszellen-Batterien. Ein Händler aus Bayern und Baden-Württemberg spielten sich in ihren jeweiligen Landesdialekten die Bälle zu (leider kann ich den Dialekt nicht besonders gut nachmachen).
Die neue Lösung mit Lithium-Ionen ist genau das richtige für meine Kunden. Die fahren mit den Bleisäurebatterien herum und warten förmlich auf einen Wechsel.
Bei mir ist das genauso. Klar steigen die nicht sofort um, noch laufen die alten Stapler gut damit. Aber der eine oder andere ist schon schwer am Überlegen, denn das Handling mit dem Austausch der Batterien macht keinen Spaß und braucht Platz.
Ja, genau. Ich kenne Kunden, die schicken ihre Mitarbeiter am Wochenende zum Austausch ins Lager.
Sicher, das mit dem Umstieg ist aber auch eine Kostenfrage. Die Lithium-Stapler sind nun einmal etwas teurer bei der Anschaffung, aber das amortisiert sich schnell, alleine das Handling, die Zeitersparnis, wenn man das alles zusammenrechnet, ist das ein absolut gutes Invest.
Passt schon, Linde hat da was richtig Gutes hingestellt zur richtigen Zeit. Hast Du Hunger, lass uns was Essen gehen!
Und weg waren die beiden Händler, ebenso wie ich im Gespräch schnell vergessen war.

So ging es mir reihum. Die Händler waren guter Dinge, dass Linde die richtige Mischung aus Produkten und Services bietet. Als Reporter hört man doch hin und wieder gerne auch Kritisches heraus, aber da war nicht wirklich etwas grundlegend Kritisches dabei. Andere Branche, anderes Bilder: Man muss nur auf eine Veranstaltung von Autohändlern gehen, um ganz andere Töne zu hören.