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Vom 9. bis 25. Mai berichteten wir hier täglich über die Themen der WoMH. In unserem Blog erhalten Sie einen Überblick über die News zu den Programmpunkten, lesen Sie spannende Geschichten über die Experten der WoMH, erfahren Details aus erster Hand zu den Produktneuheiten von Linde Material Handling und noch vieles mehr.

Mein Resümee zur WOMH 2016 – ein Dank an die Heinzelmännchen-Branche

Das war es! Über 7.000 Gäste aus rund 50 Ländern, vor allem Kunden aber auch Händler, Geschäftspartner und Mitarbeiter, haben vom 9. bis 25. Mai die zweite World of Material Handling besucht. Unter dem Motto „linked perspectives“ zeigte Linde vier zusammenhängende Themenfelder: Automatisierung, Individualisierung, Vernetzung und Energiesysteme. Es war eine Art Leitfaden für die Besucher, der ihnen Orientierung für zukünftige Herausforderungen mit Blick auf die Bewerkstelligung der Materialflüsse im Lager, in der Produktion und darüber hinaus bot.

Warum hatte Linde das so aufgezogen? Was hatten die Gäste davon?

Nein, Linde verkauft nicht einfach nur Gabelstapler. Sie müssen und wollen mit der Zeit gehen. Es wäre einfach gewesen, neue Produkte aufzustellen und neue Services zu präsentieren: „Da, seht her, was wir Tolles bieten, kauft!“. So wie wir es von Messen kennen. Jeder Hersteller bietet seine Waren feil, die Musikboxen dröhnen, die Kunden sollen positiv gestimmt werden. Irgendwie muten solche Konzepte mir persönlich veraltet an. In einer Zeit, die sich durch eine immer stärker zunehmende Vernetzung der Wirtschaft auszeichnet, globale Warenströme immer arbeitsteiliger gelenkt werden, moderne Kommunikationssysteme den Abstand zwischen Kunden und Unternehmen drastisch verkürzen, Entwicklungszyklen immer kürzer werden, kann es sich ein Marktführer nicht mehr leisten, auf herkömmliche Konzepte zu setzen.

Die Kunden haben Fragen. Die sich eben nicht in dem besagten „da, schau her, unser Stapler“ erschließen. Natürlich gibt es sie noch, Kunden mit einfachen Anforderungen. Natürlich gibt es auf der anderen Seite immer mehr Kunden, die wissen müssen und wissen wollen, wie sie sich in der nahen Zukunft ausrichten sollen. Sie können sich teilweise weder eine Strategieabteilung leisten, noch haben sie Zeit für Marktforschungen. Ein Format wie die World of Material Handling geht auf die Anforderungen beider Seiten ein.

Es ist daher nur eine logische Schlussfolgerung, dass Linde vorausdenkt. Wenn nicht Linde, wer dann? Linde sieht sich verantwortlich für seine Kunden, damit sie optimale Lösungen erhalten, die eben nicht in fünf Jahren veraltet sind. Denke wir beispielsweise an OptiPick. Sollen etwa alle Kunden immer noch mit manuellen Flurförderfahrzeugen die Lager befahren? Welch‘ eine altertümliche Vorstellung! Oder soll der junge Nachfolger in vierter Generation im Jahre 2018 immer noch rätseln, wo sich seine Fahrzeuge befinden, um eingehende Aufträge zu bearbeiten? Keine Ortungsfähigkeit im 21. Jahrhundert? Wozu hat Linde die Mutter aller modernen Logistik-Systeme vorgestellt?

Es geht eben um all die künftigen Fragen. Die Wirtschaft bleibt niemals stehen. Wer denkt, dass er mal eben so 20 Jahre abwarten kann, bis der Sturm der Digitalisierung an ihm vorbeizieht, wird das Feld dem Wettbewerb überlassen.

Florian Heydenreich hatte es in seinem Vortrag „Starre Strukturen aufbrechen – Veränderungen und Treiber in der Intralogistik“ sehr deutlich aufgezeigt: „Intelligente Lösungen, z.B. intelligente zukünftige Fabriken, zeichnen sich durch Wandlungsfähigkeit, Ressourceneffizienz, ergonomische Gestaltung sowie die Integration von Kunden und Partnern aus. Argumente, welche für flexible Abläufe in Wertströmen sprechen.“ Man kann die Augen davor verschließen und weiterhin tradierten Lagerpfaden folgen oder sich der Zukunft stellen. Und genau das tat Linde und bot den Gästen entscheidende Ausblicke an.

Wer nur Produkte sehen will, dem wird eine gewöhnliche Messe reichen. Wer noch in 20 Jahren ein Logistik-Unternehmen führen möchte, dem sei das Konzept von Linde wärmstens empfohlen. Besser geht es nicht mehr!

Wer ist Linde?

Das kann ich nach den drei Wochen World of Material Handling sagen: Ich habe bisher so gut wie keine Firma in meinen 49 Jahren erlebt, die dermaßen mit und für den Kunden denkt. Das „Amt für Gabelstapler“? Nein, ein Amt wäre zu langsam. Der Begriff passt nicht. Die Art der Qualitätsdenke – Dinge bis zur letzten Schraube zu durchdenken und nicht nur an der Oberfläche zu kratzen, bis es glänzt – verlangt Einsatz.

Großen Einsatz zeigte während der WoMH das gesamte Team vor Ort. An dieser Stelle vielen Dank an alle Unterstützer!

Das Stand- und Orgapersonal der WoMH 2016

Die Heinzelmännchen-Branche – auf ein persönliches Wort

Wer bringt uns das Essen? Wer versorgt uns mit Kleidung? Wo kommen all die Güter her, die wir tagtäglich nutzen? Teilweise bestellen wir sie heute und wenige Stunden später klingelt es an der Haustür. Für uns Endverbraucher ist die Welt der Logistik ein Buch mit sieben Siegeln. Wir sehen sie nie, wir wissen nichts über sie. Dennoch ist sie immer da, wenn auch unsichtbar. Kennen sie jemanden, der mal „Danke, dass ihr euren Job macht!“ gesagt hat? Warum eigentlich nicht? Ohne die Heinzelmännchen würde die Welt stillstehen. So einfach diese Tatsache auch ist, so schnell wird sie vergessen. Also, ein großes Dankeschön stellvertretend für die vielen Menschen da draußen, die auch heute ins Regal greifen werden, was die Logistik herbeigezaubert hat!

 

Interview: Kerry McDonagh – UK

Kerry McDonagh ist Managing Director von Linde Material Handling in UK und stand mir Rede und Antwort mit hochspannenden Aussagen. Es geht um nicht weniger als eine mögliche Zukunft der Logistik und was dies sowohl für die Kunden aber für Linde selbst bedeutet. Ein sehr angenehmer Mensch im Übrigen – als ich ihn fragte, ob ich ihn mit Mr. McDonagh ansprechen soll, meinte er: „Please call me Kerry – Mr. McDonagh, that was my father.“ Vorhang auf für ein erhellendes Interview mit einem Gesprächspartner, der die Dinge auf den Punkt bringt:

Zum Video mit deutscher Übersetzung.

 

Flag EN  Erfahren Sie mehr zu Großbritannien im Länderprofil: Großbritannien – effizienter Flottenmanager

Interview: Georges Giovinazzo, Italien

Wir konnten Herrn Georges Giovinazzo von Linde Material Handling – Ländermanager für Italien – auf der WOMH 2016 rund um die Belange seiner italienischen Kunden befragen. Es geht im Interview um das Feedback seiner Kunden zur World of Material Handling, aber auch um Fragen der wirtschaftlichen Entwicklung Italiens und der Aussichten des Landes. Vorhang auf:

 

Könnten Sie sich bitte vorstellen?

Ich bin Georges Giovinazzo, der Geschäftsführer von Linde Material Handling Italia.

Wie ist das Feedback Ihrer italienischen Kunden zur WoMH 2016?

Der Besuch der WoMH war eine sehr interessante Erfahrung für unsere Kunden: „Wir finden hier alles, wonach wir suchen.“ Unsere Kunden mögen es, eine klare Vorstellung davon zu haben, was Linde für die Zukunft plant.

Wofür interessieren sie sich besonders?

Eigentlich war alles sehr interessant. Denn im Moment erleben wir nicht nur Zeiten des Wandels, sondern revolutionäre Zeiten. Das heißt: Vernetzung, Automatisierung, Stromsparen und darüber hinaus die Anpassung an kundenspezifische Anforderungen – das waren die Hauptanliegen unserer Kunden.

Können Sie uns die aktuelle Situation in Italien im Bereich Logistik beschreiben?

Aktuell ist der Markt in Italien sehr dynamisch. Nach einer langen Krise erholen wir uns jetzt ein bisschen. Aber wir haben viele Produktionskapazitäten verloren. Das heißt, Logistik ist auf unserem Markt jetzt sehr, sehr wichtig. Jetzt ist der Markt wirklich auf Logistik ausgerichtet.

Die Situation wird sich also verändern. Wie verhelfen Sie Ihren Kunden zu einer klaren Vision der künftigen Herausforderungen?

Wie wir unseren Kunden helfen? Wie ich meinen Außendienstmitarbeitern immer sage: „Verkauft keine Gabelstapler, sondern verkauft das Problem, das ihr gelöst habt.“ In anderen Worten: „Verkauft eine Lösung.“ Und diesen Ansatz müssen wir weiterentwickeln, um gemeinsam mit unseren Kunden ihre Bedürfnisse zu klären und ihnen eine Lösung anzubieten. Eine Lösung für allgemeine Probleme, aber auch für die Bedürfnisse, die künftig auf sie zukommen werden.

Gibt es konkrete Beispiele für solche Lösungen?

Es besteht aktuell beispielsweise eine größere Nachfrage nach Automatisierung, weil sie unseren Kunden die Möglichkeit größerer Effizienz und Produktivität bietet. Unsere Kunden fragen auch verstärkt nach Vernetzung, damit sie die Bedienung unserer Gabelstapler genau kennen und die Effizienz der Fahrer kontrollieren können.

Gibt es eine italienische Entsprechung für: „Packen wir’s einfach an!“

Come tutte le cose che abbiamo visto qui, per affrontare il futuro, ce la facciamo!
(Bei all dem, was wir hier gesehen haben, werden wir’s schaffen, die Zukunft anzupacken!)

 

Flag IT  Erfahren Sie mehr zu Italien im Länderprofil: Italien – kundennaher Lösungsanbieter

Automatisierungsdemonstration: Der Tanz der Maschinen

Ein Besuchermagnet auf der WOHM 2016 war das vollautomatisierte Arbeitsspiel im Bereich Automatisierung, in dem unter anderem das neuste Produkt von Linde Robotics, dem Schalganggerät K-MATIC, vorgeführt wurde. Ich habe mir von einem der zuständigen Experten, Clement Masson die Demonstrationsanlge erklären lassen. Begleiten Sie uns also in die aufkommende Ära der automatisierten Lagerverwaltung, in die Welt der mit 3D-Kameras ausgestatteten und Laser gelenkten, selbst fahrenden Flurförderzeuge.

Die technische Ausstattung der Matic-Geräte von Linde macht Leiterbahnen, Reflektoren und andere Leitsysteme nicht überflüssig. Sie navigieren selbständig durch die Lagerhallen dank der Geonavigation. Und, sie sprechen untereinander, womit ein faszinierendes Ballet ensteht. Statt zu warten, bewegen sich die Fahrzeuge aufeinander zu, um die Lagergüter zu übernehmen. Zudem ist die Technik so flexibel, dass auch eine schrittweise Automatisierung möglich ist, was einen Mischbetrieb aus manuellen und automatisierten Vorgängen überhaupt erst ermöglicht.

Bühne frei für die Show:

Zum Video mit Deutscher Übersetzung

 

Die Bleisäure-Saurier stehen vor dem Aussterben.

In der Automobilbranche ist ein wahrer Hype um den Tesla ausgebrochen. Doch die Logistiker lächeln nur müde darüber, denn elektrisch angetriebene Flurförderzeuge sind in ihrer Branche schon lange Realität. Linde wartet zur WOHM 2016 mit einer neuen Generation von batteriebetriebenen Fahrzeugen auf. Im Bereich „Energiesysteme“ hatte ich die Gelegenheit, mich mit dem Fachpersonal auszutauschen und konnte mir die Lithium-Ion Technik erklären lassen.

Gegenüber den herkömmlichen Nasszellentechniken warten Lithium-Ion Batterien mit einigen markanten Vorteilen auf. Das Hauptargument liegt auf der Ladetechnik. Während für Bleisäure-Batterien „manche Mitarbeiter eigens am Wochenende in die Firma gehen, um die Batterien zu tauschen und aufzuladen“ – so Christoph Englert, Produkmanager für Elektrostapler – ist das bei der neuen Technik nicht mehr notwendig. Die Stapler können jederzeit und in wesentlich kürzerer Zeit aufgeladen werden, auch zwischendurch. Ein zeitraubender Batteriewechsel entfällt. Zudem wird ein Laderaum mit einer entsprechenden Belüftungsanlage auch nicht mehr benötigt. Platz ist teuer, den man sich damit nun sparen kann.

Es wurde während der WOHM nur zu deutlich: Viele Kunden und Händler waren sich einig, dass früher oder später die Bleisäure-Akkus gegen die moderneren Lithium-Ionen-Batterien ausgetauscht werden. Und bei Linde hält die neue Technologie nach den Lagertechnikgeräten nun auch bei den Gegengewichtsstaplern Einzug.

Doch auch im Bereich Batteriemanagement und rund um Sicherheitsaspekte hat Linde viel Tüfftelarbeit investiert. Die Mitarbeiter waren stolz betonen zu können, wie viel Sicherheit drinsteckt. Angefangen beim Überlade- und Überhitzungsschutz bis hin zum Schutz vor einer Tiefenentladung.

Ein Beispiel dazu: Rollt ein Truck eine Neigung herunter, setzt die Rekuperation ein. Sprich: Die Batterie wird aufgeladen. Doch sollte der Akkustand bereits bei 100% sein, würde die Batterie überladen und Schaden nehmen. Um das zu verhindern, haben die Ingenieure einen Überladungsschutz integriert, erklärt mir Christoph Englert. Im Batteriegehäuse sind Metallstreben platziert, die bei Überladungsgefahr die überschüssige Energie aufnehmen und als Hitzeenergie ableiten.

WOMH 2016 - Overloading Protection

Das System hat sich Linde eigens patentieren lassen. Auch für die Tiefenentladung hat sich Linde etwas einfallen lassen. Ab 10% Akkustand wird das Fahrzeug auf Kriechgeschwindigkeit limitiert. Und bei 2% wird der Stapler komplett abgeschaltet, um ihn im Reservemodus zur nächsten Ladestation bewegen zu können. Schieben geht nun einmal nicht.

Ein anderes Beispiel: Alle haben schon einmal von explodierenden Akkus gehört, die Handybesitzern um die Ohren geflogen sein sollen. Auch Hoverboards aus fernöstlicher Produktion wird nachgesagt, dass die Akkus gerne mal abrauchen. Wie schon beschrieben, hat Linde einige Kniffe eingebaut, damit die Batterie keinen Schaden nehmen kann. Doch was ist bei einem Crash? Geht der Akku nicht in die Luft? Ich hoffe, man wird das Crash-Video noch sehen können, das den Besuchern gezeigt wurde. Ein acht Tonnen schwerer V-Stapler donnert einem E-Stapler mit 20 Km/h und der Gabelzinke voran voll in die Breitseite. Und passiert ist… nichts! Die Batterie ist mit zentimeterdicken Stahl (2,5 cm!) ummantelt, die Batteriezelle ist bestenfalls leicht eingedellt aber definitiv nicht angestochen. Und das ist es wohl was man von einem Linde-Stapler einfach erwartet – robust und sicher muss er sein.

WOMH 2016 - E-Stapler E16 EVO

E16 EVO

Während Tesla noch Fleißpunkte beim Aufbau der frühen Nachfrage für Elektroautos sammelt, kehrt bereits die zweite Generation an E-Staplern in die Lagerhallen ein.

Die Mutter aller Systeme – Lokalisierung

Die Mutter aller Systeme? Wer langfristig in der Intralogistik mit einem voll vernetzten System bis zur letzten Radmutter plant, wird am Thema Lokalisierung nicht vorbeikommen. Mit Hilfe der Lokalisierung können Waren, Transportbehälter und sämtliche Fahrzeuge verortet und erfasst werden. Unscheinbar? Möglicherweise, aber wer genauer über die Steuerung einer Flotte oder von Materialflüssen nachdenkt, landet immer wieder am gleichen Ausgangspunkt: „Wo sind meine Fahrzeuge?“ Erst aufbauend auf diese Information lassen sich Staplerleitsysteme realisieren oder gar in der Endausbaustufe ein komplettes Warehouse-Management-System auf die Beine stellen. Doch der Reihe nach, fangen wir mit dem ersten Schritt an. Ich hatte hierzu die Gelegenheit, mich mit Colin Flint, Ferdinand Bardens und Franziska Klein zu unterhalten, die im Bereich Connected Solutions bei Linde an den Systemen der Zukunft arbeiten, die für mich persönlich die wegweisende Zukunft der Logistik darstellen.

Sicherheit zuerst: Menschen sind wichtiger als Kisten

Wir müssen wissen, wo sich die Fahrzeuge und wo sich die Menschen befinden. Warum? Colin Flint dazu: „Safety first, which means people before boxes!„. Auf der Roadmap (dem Entwicklunsplan des Gesamtsystems) steht die Zonenkontrolle ganz vorne auf der Umsetzungsliste. Dafür werden im Raum – sei es Lagerhalle oder Produktion – Areale, virtuelle Bereiche definiert, die Tempozonen darstellen. Das Fahrzeug wird bei Einfahrt in eine Zone automatisch bis zur für diese Zone definierten, maximal erlaubten Geschwindigkeit begrenzt. Mehr noch: Mitarbeiter werden bei Betreten von Gefahrenzonen explizit gewarnt. Denken wir uns das einen Schritt weiter, um die Möglichkeiten zu verdeutlichen: In einer weiteren Ausbaustufe des Systems ist damit eine exzellente Crash-Safety gegeben. Kein Mensch muss mehr zu Schaden kommen, kein Fahrzeug muss mehr mit einem anderen zusammenstoßen. Wenn das System weiß, wo sich A und B befinden, kann es damit einen Zusammenstoß verhindern. Eines ergibt das andere.

Der Logistikmanager behält natürlich sämtliche Ortungsdaten auf einer Karte im Auge. Er kann zudem Zonen ebenso wie Tempolimits dynamisch umstellen:

WOMH 2016 - Lokalisierung

 

Die technische Grundlage dafür stellt Linde Material Handling hier auf der WoMH vor – und zwar das Tagging-System, das mit dem Lokalisierungsspezialisten Quantitec entwickelt wird und das es überhaupt erst ermöglicht, Mitarbeiter, Maschinen, Behälter etc. exakt zu orten. Stellen Sie sich das wie in einem Spionagefilm vor, kleine Ortungsgeräte, die am Auto angebracht werden, um die aktuelle Position auf dem Bildschirm verfolgen zu können. In der Intralogistik muss die Technik zuallererst einmal robust sein und dann muss sie zudem auch noch in Gebäuden funktionieren. Deshalb wird hier auf die Triangulation per Funk gesetzt, zusätzliche Sensoren sorgen für zusätzliche Genauigkeit – bis auf 2 Zentimeter genau. Das ist ein weitaus besserer Systemansatz als GPS, an das man womöglich zuerst denken würde. Aber GPS im Innenbereich? Schwierig. Das Signal wird von Wänden und Decken abgeschirmt und die Präzision lässt zu wünschen übrig.

Schauen wir uns hierzu ein kurzes Demonstrationsvideo an, das die Idee vermittelt. Achten Sie auf die roten Punkte, die sich bewegen und Fahrzeuge bzw. Menschen darstellen. Sie werden zudem sehen, wie ein Mitarbeiter eine Zone betritt, die in dem Moment aus visuellen Demonstrationszwecken auf die Farbe Grün umschaltet.

Weiterentwicklung und Ausblick

Alles beginnt mit diesem Ortungssystem. Daher ist die Bezeichnung „Mutter aller Systeme“ überhaupt nicht unpassend, um die Bedeutung zu manifestieren. Sobald das installiert ist, öffnen sich sämtliche Türen für alles Weitere. Im zweiten Schritt auf der Roadmap steht daher die Umsetzung eines Staplerleitsystems auf der Agenda. In der finalen Ausbaustufe reden wir dann über ein komplettes Warehouse-Management-System, kurz WMS: 1. Die Order geht in das ERP-System ein, 2. das WMS weiß exakt, wo das nächste, verfügbare, geeignete Fahrzeug steht, 3. denn jedes Fahrzeug bzw. jeder Fahrer mit Fahrzeug meldet seinen Standort und ob gerade ein Auftrag ausführt wird, 4. um dann den Auftrag dem optimal positionierten Fahrzeug zuzuweisen, das den Auftrag ausführt und 5. die georderte Ware zur Versand- und Auslieferungszone bringt – Auftrag erledigt.

Einordnung

Man kann es aus meiner Sicht nicht genügend betonen: Derartigen Systemen gehört die Zukunft. Analoge Maschinen ohne Sensorik, ohne Vernetzung gehört die Zukunft im Museum. Wer jedoch intelligentere Lösungen sucht, die Logistik nicht mehr dem Zufall én Detail überlassen, wird an diesem Themenkomplex nicht vorbeikommen. Und machen wir uns nichts vor, wir sehen heute nur die ersten Ansätze, die das gesamte Potential mit allen erdenklichen Vorteilen erahnen lassen, z.B. Verkehrsflussplanung auf Basis von retrospektiven Heatmaps um Hotspots und Schadensschwerpunkte zu entschärfen.

Ich war regelrecht erschrocken zu hören, dass heute diese Prozesse in vielen Unternehmen noch auf Zuruf oder per Laufzettel erfolgen. Sprich: Schallwellen oder Papier! Niemand weiß genau, welcher Auftrag just erledigt wurde, wo sich die Fahrzeuge aufhalten, wie ihr Zustand ist, welcher Fahrer auf welchem Fahrzeug sitzt. Unfassbar! Ich hatte mir das  im 21. Jahrhundert weitaus moderner vorgestellt. Doch gerade da sehe ich die Chance. Traditionelle Lagerführung in der Breite für alle Kunden auf den Stand der digitalen Technik zu bringen. Für mich ist daher das Thema Vernetzung und insbesondere die Indoor-Lokalisierung mein persönliches Highlight!

Moderne Technik für die Fahrzeugprüfung

Unter dem Stichwort „Vernetzung“ versteht man eine aufkommende Ära, die sämtliche Flurförderzeuge mit den Mitarbeitern und Lagersystemen untereinander auf elektronischen Wegen verbinden wird. Diese Entwicklung nimmt im Zuge der digitalen Ära im Bereich der Intralogistik immer weiter zu. Doch was bedeutet das konkret? Schauen wir uns ein Beispiel an!

Pre-Shift-Check

Linde Material Handling hat auf dem WoMH-Event eine neue Applikation vorgestellt, die den Fahrern demnächst zur Verfügung gestellt wird. Sie nennt sich „pre-op check“, kurz für pre-operational check und ermöglicht die Erfassung des Fahrzeugzustands über das Smartphone (Android) für den obligatorischen Check vor Schichtbeginn. Der Fahrer verbindet sich via Bluetooth und NFC mit dem Fahrzeug und füllt einen vom Flottenbetreiber vorbereiteten Fragebogen aus, der vollständig individuell konfigurierbar ist. Somit kann passend zu den betrieblichen und rechtlichen Belangen des Unternehmens sowohl die Zugangskontrolle aber auch Betriebssicherheit des Fahrzeugs vor Fahrtantritt gewährleistet werden.

WOHM 2016 - Pre Shift Checkin

Schritt 1: Das Fahrzeug wird per NFC mit der App verbunden und identifiziert.

WOMH 2016 - pre-shift-checkin App

Schritt 2: Der Fahrer kann nun die Fragen zum Fahrzeugzustand per App beantworten und im Schadensfall inklusive Schadensbild die Informationen weiterleiten.

Sollte bei der Überprüfung des Fahrzeugs ein Schaden festgestellt werden, wird die Meldung via frei konfigurierbarer E-Mail an den Flottenmanager, Lagerleiter oder Servicetechniker verschickt. Zusätzlich kann der Fahrer ein „Selfie“ vom Fahrzeug machen, das ebenfalls mitgesendet wird. Instagram für Stapler? Das könnte man durchaus sagen – sollte nämlich etwas am Fahrzeug sichtbar nicht in Ordnung sein, weiß der Verantwortliche gleich Bescheid.

Speziell für weitläufige Betriebsgelände ist das GPS-Tagging der Bilder (Verortungsinformationen via Geopositionierung im Bild) ein nicht zu unterschätzender Vorteil, damit der Servicetechniker aber auch der Flottenmanager weiß, wo das Fahrzeug steht.

So einfach kann es heute gehen! Moderne Technik hilft, den Betriebszustand der Flotte hoch zu halten. Insbesondere Kunden aus England freuen sich auf die App, die kurz nach Ende der WoMH zur Verfügung gestellt wird. Denn sie müssen besondere rechtliche Anforderungen erfüllen, die über die Nutzung Smartphone-App weitaus effizienter einzuhalten sind.

Die App kann aber noch mehr: Die Fahrer können frei einstellbare Hinweise erhalten. So könnte der Flottenmanager eine Meldung absetzen, dass der Führerschein abläuft oder das nächste Fresh-up für den Erste-Hilfe-Kurs ansteht. Sollte es sich bei dem Fahrzeug um ein Lithium-Ion betriebenes handeln, wird dem Fahrer der Ladezustand des Akkus angezeigt. Praktisch!

Ausblick

Im Gespräch mit den zuständigen Mitarbeitern wurde deutlich, dass es sich nicht etwa um ein Gimmick handelt, sondern bei der Entwicklung des Systems auf einen sehr praktischen Nutzen im Alltag geachtet wurde bei gleichzeitig einfacher Bedienbarkeit. Sowohl für den Flottenmanager aber auch für die Fahrer. Ich habe das Gefühl, dass dies nicht der letzten Stand der Entwicklung sein wird. Erfahrungsgemäß stellen User weitere Anforderungen an eine Applikation, sobald sie den Nutzwert erkannt haben. Linde Material Handling kann sich auf diese Erweiterungs-Effekte schon einmal einstellen.

Interview: Jerome Wencker – Managing Director Fenwick-Linde

Ich hatte die Möglichkeit Jerome Wencker zu interviewen. Er ist Managing Director bei Fenwick-Linde und Leiter für Sales & Service in West- und Mitteleuropa sowie Afrika. Wir sprachen über die Interessen der französischen Kunden, die die World of Material Handling besucht haben, über die aktuellen Herausforderungen, denen sie gegenüberstehen – derzeit und in naher Zukunft – und wie sich der Markt in Frankreich aus der Sicht der Logistik entwickeln wird.

 

Sehen Sie hier das Interview im Original oder lesen Sie die unten stehende Übersetzung:

Mein Name ist Jerome Wencker, ich bin Managing Director von Fenwick Linde, der Ländergesellschaft von Linde in Frankreich, und ich bin zudem verantwortlich für die Sales- und Serviceentwicklung in Westeuropa, im Mittleren Osten und Afrika.

Was können Sie uns über das Feedback und die Interessen der französischen Kunden hier auf der WoMH erzählen?

Unsere französischen Kunden waren sehr zufrieden mit diesem Event, zunächst mit dem Werksbesuch, den sie sehr interessant fanden – sie wären gerne noch viel länger geblieben, um sich die Prozesse noch genauer anzusehen. Zum Ersten war also die Werksführung sehr positiv und zweitens heute dann der Besuch der WoMH, den sie sehr schätzten. Sie fanden die Organisation, die Logistik sehr gut und bewerteten besonders die Inhalte als sehr umfassend, sehr positiv und sehr konstruktiv für die Zukunft. Sicherlich gibt es wichtige Trends, vor allem in Bezug auf Automatisierung. Das gilt besonders für unsere produzierenden Kunden. Individualisierung und Energiemanagement waren die zweitwichtigsten Themen für unsere Kunden.

Was sind die derzeitigen Herausforderungen für Ihre Kunden?

Das sind ganz eindeutig zwei Punkte: Das ist Kostensenkung – etwas, mit dem wir alle umgehen müssen – und ebenso deutlich ist das Zweite Flexibilität. Mit Bezug auf Kostensenkungen heißt das zum Teil natürlich Personalkosten zu sparen – das ist ein Kostenfaktor ebenso wie ein Managementaspekt. Und sicher ist das die Flexibilität. Unsere Automatisierungslösung mit Balyo, zum Beispiel, verschafft unseren Kunden in den verschiedenen Logistik-Segmenten ein hohes Maß an Flexibilität.

Was sind aus Ihrer Sicht die Herausforderungen in Frankreich – sagen wir in den nächsten fünf Jahren?

Ich würde sagen Frankreich hat zwei wesentliche Ziele bzw. Herausforderungen: Erstens verschiebt sich der Fokus in unserem Land mehr und mehr auf Transport und Logistik und zweitens versuchen wir dennoch unserer Industrien weiter auszubauen – die in den letzten Jahren etwas Probleme hatten, sich aber mittlerweile wieder eine gute Ausgangsposition erarbeitet haben und sich gut entwickeln. Die Herausforderung für unseren Markt – der schon ein sehr reifer Markt ist und in dem wir schon einen großen Anteil an Lagertechnikgeräten haben, d.h. wir haben bereits ein gewisses Niveau an Spezialisierung und Individualisierung – wird sein ein noch höheres Maß an Produktivität zu erreichen. Das heißt noch mehr Automatisierung in den nächsten fünf Jahren. Und die IT rund um die Automatisierung und die Logistik wird der Schlüssel für die Weiterentwicklung der französischen Wirtschaft sein.

 

Flag FR  Erfahren Sie mehr zu Frankreich im Länderprofil: Frankreich – maßgeschneiderte Wartungsverträge und Vorreiter bei der Automatisierung

Und wie gefällt es Ihnen hier auf der WoMH?

In der vergangenen Woche haben wir hier auf dem WoMH-Gelände Stimmen von Kunden, Händlern und anderen Gästen eingefangen – die einfache Frage: „wie gefällt es Ihnen den hier auf der WoMH?“ Hier eine Auswahl der Statements als Rückschau.

Hören Sie selbst – die „Stimmen der WoMH“:

Mit diesem positiven Feedback geht es heute motiviert in die letzte Runde. Die dritte und letzte Woche beginnt.

150 Stapler für Frankreich und die Gründe dafür

Warum kommen die Besucher zur World of Material Handling? Um sich über die neuesten Trends und Produkte zu informieren, die ausgestellten Produkte und Services unter die Lupe zu nehmen und natürlich kommen sie auch, um sich mit den Linde-Mitarbeitern auszutauschen.

Warum sollte es aber anders als auf einer Messe sein, auf der ebenso Geschäftsabschlüsse getätigt werden? So auch auf diesem Event. Ich hatte das Glück, einen der Kunden unmittelbar nach dem Geschäftsabschluss einige Fragen stellen zu können. Es handelt sich um Herrn Pierre-Georges Chausson von der Firma Chausson Matériaux mit Sitz in Frankreich – er unterzeichnete vor Ort einen Vertrag für 150 E30 Gabelstapler.

WOMH 2016 - Customers

Herr Pierre-Georges Chausson, président et directeur général de Chausson Matériaux und Herr Christophe Lautray, Geschäftsführung Linde Material Handling.

Herr Chausson, wie gefällt es ihnen bisher auf der World of Material Handling?
Zunächst einmal: Es ist eine großartige Präsentation, und vor allem gab es interessante, zukünftige technologische Weiterentwicklungen zu sehen. Interessant ist das, weil es uns neue Projekte bringen wird.

Können sie uns etwas über ihr Unternehmen sagen?
Wer Chausson Matériaux ist? Wir sind ein Familienunternehmen und handeln mit Baustoffen. Das heißt, wir verkaufen Bau-Produkte an die Baubranche. Wir haben 350 Standorte, davon 320 Vertriebsstellen und ungefähr 30 Industrieanlagen.

Was waren die wichtigsten Gründe, sich für Linde Material Handling Fahrzeuge zu entscheiden?
Was meine Entscheidungskriterien waren? Warum Fenwick (Anm. d. Red. : In Frankreich werden Linde-Produkte unter dem Markennamen“Fenwick“ geführt)? Zunächst einmal hat Fenwick exzellentes Material. Wir sind heute in Frankreich im ländlichen Raum verankert, sie verfügt also über ein besseres Wartungsnetzwerk. Und seit Jahren besteht zwischen uns ein Klima des Vertrauens, das für Geschäftsbeziehungen wichtig ist.

Wir danken für das Gespräch.

 

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Dynamic Mast Control: Don’t swing!

Auf dem Event sind unter den Gästen immer wieder auch Stapler-Fahrer anzutreffen, mit denen ich mich sehr gerne unterhalte, um mehr über die betriebliche Praxis zu erfahren. Ein Muster wiederholte sich dabei häufiger: Diejenigen, die mit Schubmaststaplern arbeiten und Regale ab acht Metern Höhe ansteuern müssen, klagen über Schwingungsprobleme. Der Hubmast schwankt dabei erheblich, wenn die Last aus dem Regal gehoben wird oder der Mast verschoben wird mit Last. Wie lange das dauert kann variieren – bis zu einer halben Minute je nach Ladung und Höhe.

Was macht der Fahrer solange? Die Unerfahreneren sitzen das einfach aus und warten. Die Erfahreneren mit Fingerspitzengefühl bewegen den Joystick ganz sachte, um mit Gegenbewegungen das Ausschwingen zu beschleunigen. Einfach ist das nicht. In jedem Fall kostet es Zeit.

Dynamic Mast Control

Auf dem Event haben Gäste die Möglichkeit, sich in einem eigens umgebauten Schubmaststapler nach oben befördern zu lassen, um das neuartige System am eigenen Leib zu erleben. Man fährt auf ca. 10 Meter Höhe, der Fahrer bewegt das „Gut“ wie gewohnt und man merkt… nichts!

WOMH 2016 - Dynamic Mast Control

Weil das Assistenzsystem Dynamic Mast Control von Linde aktiv ist. Sobald das Personal das System manuell ausschaltet – nur zu Demonstrationszwecken, in der Praxis ist das System nicht abschaltbar – spürt man den Unterschied sofort. Ich war selbst oben und doch sehr erstaunt, wie groß die Unterschiede sind. Mit ausgeschaltetem DMC fühlte ich mich wie auf dem Mast eines Segelschiffes auf hoher See. Ahoi! Sobald das DMC aktiviert ist, wird die „See ruhig„. Es sind so gut wie keine Wankbewegungen mehr zu spüren.

WOMH 2016 - Dynamic Mast Control Demo

Übrigens, eine kleine Randnotiz: Die Techniker haben eigens für die Fahrgäste mit Höhenbedenken für den Fall der Fälle eine Notfall-Klingel am Sitz eingebaut. Die hört sich tatsächlich wie eine übliche Haustürklingel an: „Ding Dong“! Der Fahrer rief mir hoch, die Finger von der Klingel zu nehmen, denn ich musste es einfach austesten.

Zum besseren Verständnis haben wir natürlich auch ein Video, das Dynamic Mast Control etwas sichtbarer macht. Viel zu sehen gibt es bei eingeschaltetem DMC tatsächlich nicht. Vorhang auf:

Starre Strukturen aufbrechen – Veränderungen und Treiber in der Intralogistik

Florian Heydenreich – Leiter Business Development Linde Material Handling – hielt vor den zahlreich erschienenen Gästen eine überaus spannenden Vortrag. Im Fokus standen die künftigen Herausforderungen und die treibenden Faktoren, die Veränderungen im Bereich der Intralogistik mit sich bringen. Fassen wir seinen Vortrag zusammen, denn er bietet sehr guten Stoff zum Nachdenken.

Florian Heydenreich - Leiter Business Development Linde Material Handling

Das Jahr 2015 übertraf alle Erwartungen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden in Deutschland 140 Millionen mehr Pakete transportiert als in 2014. Dies bedeutet einen beeindruckenden Anstieg von 400.000 Paketen am Tag.

Das alleine verdeutlicht bereits, mit welchen Volumina es die Logistik-Branche zu tun hat. Jahr für Jahr steigen Lieferzahlen. Es geht jedoch nicht nur um rasant steigende Volumina. Flexibilität und immer schnellere Lieferanforderungen werden immer wichtiger.

Neben der absoluten Zahl der Sendungen wird die Komplexität maßgeblich dadurch getrieben, dass diese Sendungen eine geringere Menge verschiedenster Produkte enthalten. In anderen Worten: Sie sind einzigartig und erfordern daher eine besondere Flexibilität des Material Handlings.

Fünf Hauptmerkmale der Veränderung in der Intralogistik

Heydenreich fasste die Herausforderungen in fünf Thesen zusammen:

  • Vermehrt kundenindividuelle Produkte.
  • Kleinere Volumen.
  • Kürzere Lieferzeiten erwartet.
  • Hersteller, Lieferanten und Kunden werden mehr vernetzt werden in der Zukunft.
  • Logistik wird komplexer werden und Lieferungen kleinteiliger.

Wesentliche Faktoren der Veränderung

Nicht alle Länder stehen vor gleichen Herausforderungen. Dennoch ist das Thema der alternden Bevölkerung in allen wohlhabenden Nationen ein ganz wesentlicher Faktor, der auch Auswirkungen auf das längere Arbeitsalter und damit auf das Arbeitsumfeld hat.

Dies fordert altersgerechte Arbeitsplätze sowie den Fokus auf Ergonomie zur Erhaltung der Arbeitsleistung. Darüber hinaus muss ein erhöhter Grad an Automatisierung zur Unterstützung und Ergänzung der Mitarbeiter erreicht werden.

Ein weiterer Faktor ist natürlich auch die zunehmende Digitalisierung, die global für alle Wirtschaftsbetriebe eine riesige Herausforderungen darstellt. Das Tempo der voranschreitenden Digitalisierung ist atemberaubend. Bereits heute sprechen wir vom „Internet der Dinge“, das eine Vernetzung von sämtlichen Objekten nach sich zieht. Für die Intralogistik bedeutet das nichts anderes als eine schrittweise Entwicklung in Richtung „Industrie 4.0„:

Die Systeme wissen gegenseitig von ihren Betriebszuständen und können Ihre Zusammenarbeit selbstständig optimieren bzw. frühzeitig auf Engpässe entlang der Supply-Chain reagieren… das Denken und Arbeiten in Netzwerken und Partnerschaften wird dabei zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Auswirkungen auf die Produktivität

Die Potentiale einer zunehmenden Vernetzung und intelligenten Verknüpfung hat Florian Heydenreich deutlich aufgezeigt:

Durch den Einsatz von Predictive Maintenance können die Wartungskosten um 10 bis 40 Prozent gesenkt werden, da immer das richtige Ersatzteil zur richtigen Zeit an der richtigen Maschine bereit steht… ein weiteres Beispiel ist die Senkung des Maschinenstillstands zwischen 30 und 50 Prozent. Dies kann etwa durch eine vorausschauende Kapazitätsplanung oder das rechtzeitige erkennen des Werkzeugverschleißes umgesetzt werden. Gerechnet über die nächsten fünf Jahren lassen sich durchgängig über alle Sektoren 18% Effizienzsteigerung erreichen… als Begründung für digitalisierte und automatisierte Abläufe darf man aber nicht nur den Return-On-Invest anführen. Auch der hohe Durchsatz, die Qualität sowie Sicherheit und Ergonomie müssen betrachtet werden.

Konkret: Welche Antworten bietet Linde Material Handling auf die Trends?

Heydenreich nannte mehrere, konkrete Beispiele, die auf die zukünftigen Herausforderungen einzahlen:

  1. Getrieben durch den Klimawandel und die Knappheit von Ressourcen werden Klimaneutralität und Nachhaltigkeit immer gewichtigere Motive. Momentan sind bereits 80 Prozent der von Linde hergestellten Fahrzeuge mit einem Elektromotor ausgestattet – Tendenz steigend. Da die Prozesse der Kunden hohe Anforderungen an den Energiespeicher stellen, sind innovative Technologien wie Lithium-Ion oder der Einsatz der Brennstoffzelle die Wegbereiter der Zukunft.
  2. Die mit den wachsenden Anforderungen einhergehenden Sicherheitsfragen sind essentiell. Die finanzielle Bedeutung kann erahnt werden, wenn man durchschnittliche Kosten pro Unfall von 85.000 Euro ansetzt. Neben der Fürsorgepflicht besteht für Linde aus ökonomischer Hinsicht Handlungsbedarf zur Erhöhung der Sicherheit. Dies kann durch Safety-Hardware, aber auch durch Safety-Beratung erreicht werden.
  3. Der Mehrwert in der Vernetzung liegt zunächst auf der Verbesserung der Prozesskosten. Sobald die Fahrzeuge in ein System aus intralogistischen Geräten und Software-Lösung eingebunden sind, entsteht der Wert durch eine ständige und holistische Optimierung der Kundenprozesse. Die Linde-Fahrzeuge werden daher Stück für Stück vernetzt und immer enger in ihre Umwelt eingebunden.
  4. Vernetzung bedeutet aber auch eine höhere Betriebsbereitschaft. In Zukunft wird es möglich sein, durch eine Ferndiagnose bereits vor Abfahrt des Servicetechnikers zu wissen, was den Fehler ausgelöst hat und wie dieser zu beheben ist. Langwierige Diskussionen vor Ort entfallen. Da der Techniker das richtige Ersatzteil gleich mitnehmen kann, entfallen Wartezeiten fast komplett.
  5. Im Bereich der Automatisierung lernen autonome Fahrzeug die Umgebung kennen und orientieren sich daran. Sollte sich aufgrund von Kapazitätserweiterungen oder verbesserten Strukturen eine neue Umgebung ergeben, kann diese schnell neu gelernt und umgesetzt werden. Bei neuesten Entwicklungen wird Hindernissen sogar aktiv ausgewichen. Autonome Fahrzeuge können darüber hinaus Transportschäden und Fehllieferungen verhindern, Transparenz im Materialfluss schaffen und auch bei anspruchsvollen Umgebungsbedingungen wie Tiefkühl- und Gefahrenbereichen eingesetzt werden.
  6. Zudem verschwinden zunehmend die Bereiche, bei denen bislang der Einsatz von manuellen und automatisierten Lösungen klar abgegrenzt war. Eine intelligente Mensch-Roboter-Kollaboration sowie automatisierte Kleinladungstransporte werden an Bedeutung gewinnen.

Lassen wir die Vortragszusammenfassung mit folgendem Zitat enden, das einen hochinteressanten Ausblick verspricht:

Intelligente Lösungen, z.B. intelligente zukünftige Fabriken, zeichnen sich durch Wandlungsfähigkeit, Ressourceneffizienz, ergonomische Gestaltung sowie die Integration von Kunden und Partnern aus. Argumente, welche für flexible Abläufe in Wertströmen sprechen.

So wird in Zukunft kommissioniert: Das halbautomatische OptiPick-System

Auf der World of Material Handling 2016 fasziniert mich ein Bereich besonders: Automatisierung. Dieses große, weit gespannte Feld wird meistens mit Robotern gleichgesetzt, die menschliche Arbeit ersetzen. Jedoch unterschlägt man damit, dass gerade halbautomatischen Systemen die nahe Zukunft gehört. Es handelt sich um Lösungen, die eine Interaktion zwischen Mensch und Maschine ermöglichen. Eine dieser Lösungen von Linde nennt sich OptiPick und befindet sich im Moment noch im Entwicklungsstadium, steht aber kurz vor der Marktreife.

Das flüssige Handling, der einfache Wechsel zwischen dem manuellen Modus und dem Automatikmodus ist absolut sehenswert!

Was ist OptiPick und wie funktioniert es?

Eine Mitarbeiterin – die mit für die Entwicklung des Systems mit zuständig ist – war so freundlich, mir das System zu demonstrieren. Es steht wie bereits gesagt kurz vor der Marktreife und daher ist es durchaus möglich, dass sich bis dahin das eine oder andere technische Detail noch ändern kann. Im Moment besteht es aus einem Computerarmband, das der Picker mit sich trägt. Zur Gesamtlösung gehört das Kommissioniergerät N20, das mit dem Computerarmband per Funk gekoppelt wird.

WOMH 2016 - OptiPicker Armband

Die möglichen Bedienungsfunktionen:

  1. Der Picker löst per einfachen Touch auf das Armband das Bewegungskommando für den N20 aus, der darauf exakt 2,80 Meter im Breitgang parallel zu den Regalen autonom entlangfährt. Das entspricht der Standardlänge eines Regalsegments. Natürlich kann im System eine andere Länge hinterlegt werden. Nach exakt 2,80 Metern hält die Maschine an. Der Picker entnimmt das Paket aus dem Regal. legt es zur bereits kommissionierten Ware und löst erneut per Touch ein weiteres Fahrtkommando aus. Der große Vorteil wird sofort klar: Der Kommissionierer muss nicht mehr ständig zwischen Fahrzeug und Regal hin- und herlaufen. Die Maschine folgt dem Mitarbeiter sozusagen bei Fuß! Das ist nicht etwa starr, sondern hochflexibel gelöst.
  2. Diesmal hat der Picker die Fernbedienung zweimal berührt. Das bedeutet für den N20, die doppelte Strecke autonom zu fahren. Also 5,60 Meter bis zum übernächsten Regal.
  3. Wenn der Kommissionierer ein entfernteres Regal ansteuern muss, löst er das Kommando per Dauer-Touch auf dem Armband aus. Die N20 fährt nun solange, bis der Bediener per Touch das Stop-Signal auslöst. Variabler und einfacher geht es im Grunde nicht mehr.
  4. Touch – Drive – Pick – Touch – Drive – Pick. Das ist die Formel letztlich.
  5. Der Bediener kann jederzeit wieder die Kontrolle über das Fahrzeug übernehmen, indem er wie gewohnt aufsteigt und selber lenkt. Der Wechsel zwischen Automatik und Manuell erfolgt ohne besonderen, komplexen Befehle oder Handgriffe. Einsteigen und losfahren. Absteigen, picken, das Armband betätigen und den N20 autonom weiterfahren lassen. Was im Video wunderbar zu sehen, wie flüssig dieses Handling ist.
  6. Sollte im autonomen Fahrmodus ein Objekt oder ein Lagermitarbeiter den Weg versperren, stoppt der N20 vollautomatisch dank der im Frontbereich eingebauten Sensoren, die ein 180 Grad-Umfeld überwachen. Das System ist dadurch so clever, das kleinere Hindernisse automatisch umfahren werden. Das Fahrzeug erkennt zudem wenn das Regal zu Ende ist und bleibt automatisch stehen, um nicht in einen offenen Kreuzungsbereich hinein zu fahren. Im System kann natürlich ebenso der Fahrabstand zu den Regalen eingestellt werden. Minimum sind 55 cm.
WOMH 2016 - Der Kommissionierer N20

Der Kommissionierer N20 mit OptiPick-System

Ich habe nur eine einzige Frage noch dazu: Wann wird Linde Material Handling ein solches System als Kleinstlösung für Privathaushalte anbieten?

Interview: Marc Wehner, Leiter Vertrieb Zentraleuropa

Auf der World of Material Handling 2016 werden nicht nur 6.000 Gästen aus zahlreichen Ländern erwartet, sondern es sind auch zahlreiche Linde-Mitarbeiter vor Ort. Ich habe die Gelegenheit genutzt und Herrn Marc Wehner zum Event, aber auch generell zum Intralogistik-Markt aus Sicht von Linde Material Handling befragt.

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Herr Wehner, welches Feedback haben sie seitens der Kunden zur WOMH erhalten?

Wir haben bisher eindeutig ein positives Feedback erhalten. Was sowohl für dieses Format der World of Material Handling als solches gilt, wo wir uns mit unserer gesamten Leistungspalette präsentieren. Wir haben zudem ein gutes Feedback für das Format, wie wir die deutschen Veranstaltungen betreiben, mit dem Plenum am Vormittag bis hin zum Angebot der Abendveranstaltung.

Sehen sie im Rahmen des Events Verbesserungsmöglichkeiten?

Wir können dem Kunden in aller Breite das Leistungsspektrum in einer kompakten Form für den Kunden so bieten, dass er damit den Vorteil im Gegensatz zu einer Messe genießen kann. Wir können zudem viel mehr als auf einer Messe zeigen. Insofern ist die Qualität des Kontaktes sowohl für den Kunden als auch für uns sehr gut.

Gibt es zu einem der vier Bereiche, die hier auf der WOMH vorgestellt werden (Automatisierung, Individualisierung, Vernetzung, Energiesysteme), seitens der Kunden vermehrt Nachfragen?

Wir stellen hier natürlich viele Themen vor, die in die Zukunft gerichtet sind, die einen großen Innovationsschub für unsere Kunden bedeuten. Was mir aber auch immer wichtig ist, dass wir unser traditionelles Geschäft nicht vergessen.  Eine große Zahl unserer Kunden wird auch in zehn Jahren traditionelle Stapler betreiben. Auch die wollen wir ebenso sehr gut bedienen. Daher ist es wichtig, dass wir neben den neuen Themen zum Beispiel  Assistenszysteme zeigen, die stärker an unsere bestehenden Fahrzeuge gekoppelt sind. Denn wir wollen der Anbieter für alle unsere Kunden bleiben. Insofern würde ich nicht sagen, dass es ein Highlight gibt, dafür ist unsere Kundenbasis viel zu breit.

Nehmen wir an, es wird erneut ein World of Material Handling geben. Für diejenigen Kunden, die nicht diesmal dabei sein konnten, warum sollten sie beim nächsten Mal die Gelegenheit nutzen?

Weil wir in in Allem, was wir hier gezeigt haben, noch einen Schritt weiter sind.  Das, was hier Zukunftsszenario ist, wird dann ein gutes Stück weit mehr Realität sein. Die Interessenten und Kunden – die diesmal nicht mit dabei sein konnten – werden mit Sicherheit etwas Wertvolles mitnehmen können.

Herr Wehner, danke für das Gespräch.

Hoher Besuch aus dem Reich der Mitte

Eine ziemlich weit gereiste Gruppe von Besuchern, die sich am letzten Freitagnachmittag noch sehr eingehend mit den Themen und neuen Produkten auf der World of Material Handling beschäftigt hat, will ich Ihnen nicht vorenthalten. Linde Material Handling ist Teil der KION Group, dem weltweit zweitgrößten Hersteller von Intralogistik-Lösungen, und am Tag nach der Hauptversammlung der KION Aktionäre ließen es sich die Vertreter des größten Anteilseigners Weichai Power nicht nehmen, sich auf der WoMH hier in Offenbach persönlich einen Eindruck zu den Innovationen von Linde zu verschaffen.

Visit of Weichai and KION at the Linde WoMH 2016

Linde CEO Andreas Krinninger begrüßt die Gäste aus China und Wiesbaden.

Ausstaffiert mit den Info-iPads gingen Tan Xuguang, Chairman und CEO von Weichai Power Co Ltd und Kui Jiang, Vice Chairman von Weichai gemeinsam mit KION CEO Gordon Riske und der rund 20 köpfigen Delegation von Weichai, KION und Linde Vertretern auf Entdeckungstour. Wie schon die vielen Besucher der WOMH 2016 vor ihnen waren die Herren aus China sichtlich beeindruckt – von der multimedialen Darstellung komplexer Themen und künftiger Trends einerseits und der praxisnahen, Hands-on-Präsentation der aktuellen Technologie auf der anderen Seite. „So müssen wir unsere Vision von der Zukunft unserer Industrie in China auch visualisieren,“ bemerkte Tan Xuguang nachdem die Gruppe bei der 3D-Hologramm-Präsentation einen Blick in die (möglichen) Abläufe der Intralogistik von übermorgen werfen konnte.

Hier darf ich schon mal eine Preview der Linde Perspectives Präsentation zeigen. Die Zukunftsidee in voller Länge zeigen wir hier auf der Seite zum Ende der WoMH. Wenn auch nur in 2D – man darf gespannt sein.

 

Wie gesagt, die praktische Demonstration kam gut an. Die überragende Sicht aus dem Linde Roadster – ob direkt vom Sitz oder per Datenbrille – gefiel den Besuchern ebenso wie das Zusammenspiel der automatisierten Matic-Geräte. Weichai Vice Chairman Kui Jiang wagte sich sogar in den LSP-Simulator, um die Funktionsweise des Assistenzsystems für die E- und V-Stapler von Linde zu testen.

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Weichai Chairman und CEO Tan Xuguang entdeckt den Linde Roadster…

Visit of Weichai and KION at the Linde WoMH 2016

… und Kui Jiang den Linde Safety Pilot.

 

Visit of Weichai and KION at the Linde WoMH 2016

Die chinesisch-deutsche Delegation bei der Demonstration der automatisierten Fahrzeuge.

Am Schluss der Tour gab es zufriedene Gesichter auf allen Seiten – der Brückenschlag zwischen den Technologien von heute zu der Vision von morgen oder übermorgen hat offenbar gut funktioniert.

Visit of Weichai and KION at the Linde WoMH 2016

Visit of Weichai and KION at the Linde WoMH 2016

Damit der Stapler nicht kippt – der Linde Safety Pilot

Jeder Staplerfahrer kennt das berühmte Traglastdiagramm. Welches Gewicht darf ich wie hoch heben, wie viel darf ich laden, wie schaut es mit der Balance aus. Aber nicht immer weiß der Fahrer genau wie viel die Last tatsächlich wiegt oder wo zum Beispiel bei einer langen Ladung der Schwerpunkt liegt. Entsprechend kann man Unfälle beim Handling der Ladung nicht immer verhindern. Zuviel Tempo, ein zu großer Lenkeinschlag, das Gleichgewicht verlagert sich und schon kann man sich ein weiteres Unfallvideo auf YouTube anschauen: Dominoeffekte im Regallager. Klingt lustig, ist es aber überhaupt nicht.

Der Teufel steckt im Detail

Linde hat Jahre an einer Lösung geforscht, wie sich solche Unfälle verhindern oder zumindest verringern lassen. Aus den Entwicklerlaboren kam ein Produkt heraus, das weltweit wohl als die spannendste Assistenzsystem der letzten Jahre in diesem Bereich bezeichnet werden kann: Der Linde Safety Pilot. Das Herzstück ist ein elektronisches Abbild des bereits erwähnten Traglastdiagramms. Die Sicherheitseinheit überwacht mittels Sensoren in Bruchteilen von Sekunden sämtliche, relevanten Faktoren: Wie groß ist der Lenkeinschlag, wie schwer ist die Ladung, wo liegt der aktuelle Schwerpunkt der physikalischen Gesamtheit aus Ladung und Fahrzeug, wie schnell will der Fahrer fahren, wie hoch ist die Gabel, fährt der Stapler rückwärts- oder vorwärts und eine ganze Reihe weiterer Parameter, die laufend gemessen werden müssen. Die Fahr- und Lastzustände ändern sich in Millisekunden.

Das alles musste in mühsamer Entwicklungsarbeit so robust und zuverlässig wie nur irgend möglich umgesetzt werden. Die Produktmanagerin, die mir das alles erklärte, bekam im Gespräch förmlich glänzende Augen, als sie mir davon berichtete, wie herausfordernd diese Aufgabe war. Unendliche Testreihen, immer wieder Anpassungen und Verfeinerungen. Sie erzählte mir davon, als wäre es ihr eigenes Baby. Und irgendwie ist es das auch, sobald Linde-Ingenieure über ihre technischen Errungenschaften berichten. Mich fasziniert diese Detailliebe immer wieder aufs Neue.

Was kann der Safety Pilot?

Das aktive Sicherheitssystem verhindert in bestimmten Grenzen das Umkippen des Staplers samt Last. Das ist der Kern des Ganzen. Wir werden das gleich im Video sehen, da Linde zur World of Material Handling einen waschechten Simulator aufgestellt hat, in dem man ohne Gefahr das System testen kann.

WOMH 2016 - Linde Safety Pilot Simulator

Das System in der Aktive-Ausführung signalisiert nicht nur einen Gefahrenzustand und warnt den Fahrer über eine Monitoranzeige gekoppelt mit einem Signalton. Es verhindert zudem, dass der Fahrer zu sehr an Tempo aufnimmt. Um es genau zu sagen: Es greift aktiv so ein, indem es die Geschwindigkeit von sich aus reduziert, wenn der Fahrer den Stapler in den Grenzbereich bewegt. Ähnlich verhält es sich bei der Hubhöhe. Auch hier wird die maximale Höhe limitiert, wenn die maximale Traglast erreicht ist. Schauen wir uns das im folgenden Video anhand dem Simulator an:

Was kann der Safety Pilot noch?

Der Fahrer kann diverse Komfortfunktionen nutzen, die soweit ich das von Fahrern erfahren habe, in der Praxis gerne genutzt werden. Dazu gehört u.a. die Funktion, die maximale Hubhöhe voreinstellen zu können, um dem Rolltor ein längeres Leben zu gönnen. Oder aber der Picker, der die Anzahl der Ladevorgänge mitsamt aufaddierten Gewichten anzeigt. Eine prima Möglichkeit, um die Ladepapiere abzugleichen: „Habe ich 12 Paletten mit 5 Tonnen Gesamtgewicht aus dem LKW entladen?„.

Der LSP-Monitor:

Linde Safety Monitor

Die Bedieneinheit des Linde Safety Pilot hinter den Joysticks der Linde Load Control – was ich schon alles gelernt habe 🙂 Die Bedienung ist denkbar einfach. Drehen und Bestätigen, mehr muss man nicht lernen.

Linde Load Control

Hilft nicht bei grobem Unfug

Der Linde Safety Pilot ist für mich das, was im Automobilbereich das ESP ist (elektronisches Stabilitätsprogramm). Eine Technik, von der man im Grunde im Alltag kaum etwas mitbekommt, wie ein stiller, guter Geist. Eine absolute Sicherheit kann es nie geben – bei grobem Unfug oder Lasten die seitlich ungleich über das Fahrzeugprofil hinausragen kommt das System an seine Grenzen.

Kurze Wege auf der WOMH 2016

Heute Morgen habe ich bei den Linde-Mitarbeitern in fröhliche Gesichter geschaut. Es war ein langes Pfingstwochenende, wie kann man sich auf einen verschobenen Montag so freuen? Klar, die World of Material Handling 2016 geht in die zweite Woche, es werden erneut zahlreiche Gäste erwartet. Das ist mit Sicherheit auch für alle Mitarbeiter ein spannendes Ereignis, nicht nur für die Gäste. Der Grund, der die Leute hier so strahlen lässt, ist aber vor allem ein toller Großauftrag. Wie kam es dazu?

Während der ersten Event-Woche war ein Großkunde von den neuen Staplermodellen derart angetan, dass er noch an Ort und Stelle per Handschlag (!) eine große Stückzahl Neufahrzeuge geordert hat. Das hat sich  natürlich herumgesprochen. Solche Aufträge freuen und bestätigen die Mannschaft nicht nur darin, die richtige Produktstrategie zu haben, sondern sie werden in meinen Augen noch mehr angespornt, den Besuchern eine tolle World of Material Handling zu bieten. Und insofern ich das beurteilen kann, war die erste Woche der WOHM 2016 ein gelungenes Event!

Auch sei nicht verschwiegen, dass mir die Menschen bei Linde mittlerweile ans Herz gewachsen sind, immerhin hatte ich vorher nie persönlich Kontakt zum Unternehmen. Ich finde es richtiggehend toll zu sehen, wie sich eine Firma und ihr Personal streckt, um das Beste für die vielen Gäste hier in Offenbach und darüber hinaus zu geben.

Der Roadster – der Stapler mit dem riesigen Sichtfeld

Der neue Roadster ist mit Sicherheit eines der Highlights der World of Material Handling 2016. Der Gabelstapler wurde bereits 2014 als Prototyp vorgestellt, doch nun ist der Roadster verfügbar und kann von Kunden begutachtet werden. Was gibt es zum Roadster zu sagen? Eine ganze Menge!

Die Idee

Beginnen wir bei der Idee. Die entstand vor wenigen Jahren in Zusammenarbeit mit einigen Kunden, deren Fahrer sich explizit ein größeres Sichtfeld für ihre Stapler gewünscht hatten. Typisch für Linde haben sich die Entwickler zusammen mit den Kunden und Produktmanagern an die Arbeit gemacht, das Feedback umzusetzen. Die Idee war bestechend: Was passiert, wenn wir die A-Säule entfernen, im Dach ein Sicherheitsglas oder schmalere Dachstreben einbauen? Das wäre doch genau den Wünschen entsprechend das Richtige? Als Linde ein frühes Entwicklungsmodell bei einem Großkunden auf den Hof stellte, dauerte es nicht lange und die umliegenden Logistikfirmen hatten davon Wind bekommen und wollten unbedingt auch eine Runde mit dem Roadster fahren. Volltreffer! Die Fahrer waren so angetan davon, dass es keinen Zweifel an der Finalisierung des frühen Wurfs mehr geben konnte. Die richtige Richtung war gefunden.

Das finale Produkt

Bis das Produkt marktfähig war, musste es erst einmal in zahlreichen Tests sämtlichen Anforderungen genügen, die was insbesondere die Sicherheit angeht bei Linde stets extrem hoch sind. Kein Wunder, denn die roten Fahrzeuge gelten als der Mercedes unter den Flurförderzeugen, was ich seitens der Gäste der WoMH 2016 schon mehrfach vernommen habe.

Schauen wir uns die Hauptmerkmale an. Wir sehen hier eine übliche Sicht, die sich einem Gabelstaplerfahrer von innen bietet:

WOMH 2016 - Roadster

Der Fahrer hat gerade nach oben hin ein eher eingeschränktes Sichtfeld. Auch der Blick nach vorne wird durch die A-Säulen links und rechts teilweise versperrt. In bestimmten Situationen ist dies natürlich von Nachteil – der tote Winkel kann böse Überraschungen (ver-)bergen.

Betrachten wir hingegen nun die Ansicht, die sich einem Roadster-Fahrer bieten wird:

WOMH 2016 - Der Roadster

Man sieht den Unterschied sofort. Das Sichtfeld nach oben wird durch den Wegfall der Dachstreben völlig freigestellt. In dem Bild ist ein Sicherheitsglas im Dach anstelle der herkömmlichen, breiten Dachstreben eingebaut (das es optional gibt). Was ein unschätzbarer Vorteil ist, wie ein erfahrener Fahrer mir gegenüber explizit betonte, der auch hier zu Gast war: „Jung, das ist einfach nur der Hammer!

Da durch den Wegfall der A-Säulen das Blickfeld auch zu den Seiten ebenfalls vergrößert wird, kann der Fahrer in gegebenen Situationen weitaus sicherer und besser manövrieren. Übrigens, besagter Fahrer verriet mir, dass er die Panzerglasscheibe nicht nur im Dachbereich, sondern auch an der Frontseite sehr schätzt. Denn bereits nach wenigen Stunden stört der Fahrtwind die Augen des Fahrers empfindlich. Die Frontsicherheitsscheibe trägt demnach nicht nur zur passiven Unfallsicherheit bei, sondern auch generell zur situativen Fahrsicherheit des Fahrers und seines Umfeldes.

Schauen wir uns das aus Sicht des Fahrers von innen per Video an, indem wir den Blick des Fahrers simulieren:

Wie sieht der Roadster von außen aus?

WOMH 2016 - Roadster

Der Roadster wird als E20 R – E35 R verkauft, der Verkaufsstart ist mit Beginn der World of Material Handling 2016 bereits erfolgt.

Die erste Woche: World of Material Handling

Kaum hat die Woche begonnen, ist sie auch schon wieder herum. Es war eine erlebnisreiche Woche mit zahlreichen Besuchern aus dem In- und Ausland gewesen. Linde Material Handling ermöglichte ihren Gästen, sich über das gesamte Produktspektrum – insbesondere die Produktneuheiten – zu informieren, Gespräche mit den Experten zu führen, Impulse mitzunehmen, last but not least eine Orientierung entlang der Themenfelder Automatisierung, Individualisierung, Energiesysteme und Vernetzung für die zukünftigen Herausforderungen zu bieten.

Impressionen

Klicken Sie auf eines der Bilder, um die Show zu starten:

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Ausblick auf die Woche 2

Nächste Woche geht es mit der World of Material Handling weiter. Hier im Tagesreport freue ich mich bereits darauf, auf neue Produkte und Dienste einzugehen. Wir werden uns gemeinsam den Linde Safety Pilot anschauen, den neuen Roadster, aber auch verschiedene Konnektivitätslösungen, um Ihnen schon einmal vorab einen kleinen Ausblick auf die Themen zu bieten.

Bis dahin heißt es Ihnen, liebe Leserinnen und Leser ein schönes Wochenende zu wünschen.

Internationaler Besuch in der Fredenhagenhalle

Gestern noch große Dialektvielfalt auf der WoMH 2016 – es kamen Kunden aus allen Teilen Deutschlands zusammen – steht heute schon die internationale Sprachenvielfalt auf dem Programm. Beim ersten internationalen Kundentag der WoMH 2016 trafen sich Gäste aus über zwölf Ländern und vier Kontinenten: Italien, Türkei, Ukraine, Bulgarien, Polen, Rumänien, Schweden, Brasilien, Philippinen, Ägypten und Südafrika.

Zudem verschaffte sich der Betriebsrat von Linde Material Handling einen ersten Eindruck von der World of Material Handling 2016 und wie das Unternehmen sich und letztlich auch seine Kunden für die Zukunft rüsten will.

Als größte Einzelgruppe sind 75 tschechische Besucher mit ihren Kundenbetreuern auf dem Gelände unterwegs. Einen interessanten Marktüberblick über die Tschechische Republik sowie speziell den Logistikmarkt und Linde Material Handling CZ gibt es in unserem Länderportrait.

Flag CZ  Zum Länderprofil Tschechien – Ein Praxisnaher Logistikberater

Visitors from Czech Republic at the Linde WoMH

Der Flügeltürer unter den Trucks

Ein Linde Material Handling Mitarbeiter legt während einer Präsentation seine Hand an die Tür und sagt „wir sehen hier eine Lamborghini-Tür“ und drückt den Türgriff. Die Tür schwingt nach oben hin auf. Das, was zunächst so unscheinbar wirkt, nennt sich „Safety Door“ (Sicherheitstür). Dahinter verbirgt sich jedoch eine pfiffige Idee, die recht gut verdeutlicht, wie Linde vorgeht, wenn Kunden nach einer angepassten Lösung suchen. Theoretisch gesehen ist keine Tür spannend, maximal nur für Ingenieure. Könnte man meinen. In der Praxis – habe ich mir sagen lassen – kann eine Staplertür den Fahrern gewaltig auf die Nerven gehen. Am liebsten ist es ihnen nämlich, gar keine zu haben, da sie im Innenbereich ständig ein- und aussteigen müssen! Also der Reihe nach: Eine Tür. Ein Verkaufshit.

Keine Tür ist besser

Wer braucht diese Tür und warum? Ich habe einen Experten dazu befragt, der mir das ausführlich erklären konnte, wie es zur Entwicklung kam.

Nicht alle Kunden benötigen eine Tür für ihre Stapler, gerade wenn die Fahrzeuge hauptsächlich im Innenbereich eingesetzt werden. Es geht wie bereits gesagt um die Fahrer, die häufig aus dem Stapler steigen müssen und dafür liebend gerne auf eine Tür verzichten. Das gilt besonders für sich seitlich öffnende Türen, die regelmäßig mit dem Lagergut oder Mitarbeitern Bekanntschaft machen. Und wenn es an einer Sache in jedem Lager mangelt, dann ist es ausreichender Platz. Es gibt jedoch genauso Kunden, denen Sicherheit zwar wichtig ist, die aber die Kosten für den Einbau herkömmlicher Türenmodelle scheuen. Kosten, Bedienbarkeit, Sicherheit. Was tun, damit die Faktoren für diese Art von Nutzung besser zusammenpassen? Es wäre nicht Linde, wenn man ein Problem lediglich schulterzuckend zur Kenntnis nehmen würde. Soviel habe ich bis dato über Linde gelernt, um das zu wissen. Nachdem sich die Kunden bei Linde über das ungelöste Türenproblem beklagten – wohlgemerkt, wir sprechen über den Einsatz in Innenbereichen -, nahm sich Linde der Sache an.

Die Lösung

Linde schaute sich auf dem Markt um und kam letztlich auf die bekannte Firma Sauermann, die eine sich vertikal öffnende Tür zu einem günstigen Preis im Programm führen. Nach einigen Optimierungen – die Linde Material Handling zusammen mit Sauermann vornahm – hatte Linde die Variante, die alle drei oben genannten Aspekte in der goldenen Mitte vereinte. Schnell und einfach zu öffnen, leicht, stabil, für enge Lagerbereiche geeignet, durch eine leicht geänderte Konturenform auch für größere Mitarbeiter sicher, mit einem weiteren Handgriff bei Bedarf seitlich zu öffnen, zusätzlich mit einem Annäherungssensor für die zu schließende Tür ausgestattet, der wenig fehleranfällig ist (im Fehlerfall wird die Geschwindigkeit des Fahrzeugs limitiert, die Reparatur dauert aber, und solange ist das Fahrzeug nur eingeschränkt nutzbar; genau das wollte Linde vermeiden). Das Safety Door-Modell wird exklusiv für die E14 – E20 Linde-Fahrzeuge vertrieben und sukzessive auch für andere Baureihen angeboten werden. Ich hatte verschiedene Verkäufer gefragt, ob die Tür gut angenommen wird. Die Aussagen waren alle eindeutig: „Die Tür verkauft sich wie geschnitten Brot!“

Schauen wir uns das Ganze im Einzelnen an. Zunächst die geschlossene Fahrertür:

WOMH 2016 - Safety Doors

Mit einem sehr leicht zu erreichenden Öffnungsmechanismus kann die Tür geöffnet werden:

WOMH 2016 - Safety Doors

Die vertikal geöffnete Tür:

WOMH 2016 - Safety Doors

Die Safety Door-Mechanik – die Linde in Kooperation mit Sauermann weiterentwickelt hat – als Video:

Diese Ausstattungsvariante ist für alle Truck-Modelle der Serien E14 – E20 und H14 – H20 ab Sommer sowie für die Modelle H20 – H50 und E20 – E50 Ende des Jahres 2016 verfügbar.

Der smarte Sicherheitsgurt

Ein Sicherheitsgurt wird angelegt, um genau das zu bekommen: Mehr Sicherheit. Mehr gäbe es dazu eigentlich nicht zu sagen. Doch in der betrieblichen Praxis sieht es nicht selten anders aus. Es kann dann schon durchaus vorkommen, dass „Max“ mit 20 Sachen um die Ecke düst und sein Lagerleiter ihm hinterherruft „Mensch, schnall dich an, Max!„. Im Grunde genommen ist es einfach: Es besteht Anschnallpflicht in Europa, wenn man nicht in einer geschlossenen Kabine fährt. Viele Fahrer ignorieren die Pflicht, entsprechend sind dann aber auch die Unfallstatistiken. Ganz zu schweigen davon, wie der Versicherungsschaden zu wessen Lasten reguliert wird.

Die Entwicklung des Orange Belts

Auf der einen Seite haben wir demnach teilweise unvorsichtige Fahrer, auf der anderen Seite ist Sicherheit keine lästige Pflicht. Wie bringt man das zusammen? Ich habe mir von verschiedenen Linde-Experten die Entwicklungsgeschichte des Orange Belts – so heißt der smarte Sicherheitsgurt von Linde – erläutern lassen.

Schnell war klar, dass es eine kräftigere Farbe braucht, damit die Verantwortlichen im Lager auf einen Blick erkennen können, ob die Fahrer angeschnallt sind. Also Orange statt Schwarz. Beim nächsten Punkt wurde es spannender, denn der Faktor Mensch ist nicht zu unterschätzen. Natürlich hat Linde in Zusammenarbeit mit seinen Kunden ein System entwickelt, das recht einfach bemerkt, ob ein Fahrer den Gurt anlegt. Sobald der Gurt einschnappt, weiß das Fahrzeug, dass es regulär fahren kann. Wenn nicht, fährt es mit maximal 2 km/h.

Die Fahrer haben sich dann wie folgt geholfen, um die lästige Anschnallpflicht zu umgehen: Sie haben den Gurt einschnappen lassen und sich dann draufgesetzt, um das System auszutricksen. Das führte zu einer weiterentwickelten Version, die zugleich den aktuellen Stand der Gurttechnik darstellt. Der Fahrer muss sich zunächst auf den Sitz setzen. Was einen Drucksensor auslöst. Grünes Licht? Der Fahrer könnte sich doch dann mit seiner Hand auf den Sitz abstützen und… nein, kann er nicht! Denn er muss den Gurt so umlegen, dass er eine bestimmte Streckenlänge zurücklegt. Ein eigener Sensor misst tatsächlich den Gurtlauf. Und erst dann – in der dritten Anschnallsequenz – wird der Gurt eingeschnappt. Bis jetzt soll es noch kein Fahrer geschafft haben, das Gurtsystem auszutricksen. Manch einer hat es während der Fahrt versucht, sich wieder abzuschnallen und musste schnell lernen, dass sein Fahrzeug auf das 2 km/h – Limit heruntergebremst wurde. Pustekuchen!

Es kam übrigens während einer Präsentation die Frage auf, ob das Fahrzeug denn nicht besser am Losfahren gehindert werden könnte, solange der Fahrer nicht korrekt angeschnallt ist? Linde hat dazu eine sehr wichtige Aussage getroffen: „Wir stoppen nie ein Fahrzeug!„. Der Grund ist tatsächlich die Sicherheit. Man stelle sich vor, ein Fahrzeug würde in einem Gefahrenbereich stehen und der Fahrer muss sein Fahrzeug schleunigst wegbewegen. Dann zählt jede Sekunde. Einen Stapler per Hand zu bewegen, ist völlig ausgeschlossen. Genau aus diesem Grund kann der Fahrer das Fahrzeug starten und mit maximal 2 km/h wegfahren. Ohne angeschnallt zu sein.

WOMH 2016 - Orange Belt

Das geht über das hinaus, was ich im öffentlichen Straßenverkehr nur zu gut kenne, da ich auch immer wieder neue PKW-Modelle teste. Mehr als ein nerviges, sich wiederholendes Dauersignal (was auch eine Art Erziehungsmaßnahme zu unserem Schutz ist) gibt es in keinem PKW. Insofern darf man den Orange Belt von Linde wohl als den smartesten Sicherheitsgurt überhaupt bezeichnen. Ich persönlich muss gestehen, dass mich der Aufwand beeindruckt, der hier betrieben wurde. Auch wenn manche Fahrer das Anschnallen als eine lästige Pflicht empfinden. Ich kann mich noch gut an einen Besuch im Allianz-Forschungszentrum in Ismaning erinnern. Es wurden diverse Crash-Tests bei niedrigen Geschwindigkeiten vorgeführt. Selbst ein kräftiger Fahrer hat bei niedrigen Tempi schlichtweg keine Chance mehr, mittels reiner Muskelkraft einen sehr schmerzhaften Aufprall seines Oberkörpers zu verhindern.

Im Gespräch mit Händlern

Während am ersten und zweiten Tag des World of Material Handling Events die internationale Vertriebs- und Servicemannschaft von Linde sehr intensiv und eingehend mit den Innovationen und Produktneuheiten von Linde vertraut gemacht wurde, war die Presse parallel zu Gast. Soweit ich das in den Gesprächen mit den Pressekollegen entnehmen konnte, waren sie mit dem Event insgesamt mehr als zufrieden und nahmen viel Material und Eindrücke in ihre Redaktionsbüros mit.

Am Tag 3 standen die deutschen Händler mit ihren Verkäufern und Servicemitarbeitern auf der Besucherliste – mit über 500 Personen eine der größten Gruppen, die auf der WoMH erwartet wurden überhaupt. Auch für sie stand ein straffes Programm mit zahlreichen Präsentationen und Expertengesprächen auf der Tagesordnung.

Klar, die Chance ließ ich mir nicht entgehen, mich mit den Händlern und Servicemitarbeitern zu unterhalten. Wenn nicht diese Gruppe dann wer sonst könnte mir mehr erzählen, die tagtäglich mit den Kunden Kontakt haben. Ich hatte die Gelegenheit, mich quer durch Deutschland durchzufragen, von Norden bis Süden, von West nach Ost. Wie kommen die Linde-Produkte an, welche Probleme gibt es, wo ist Sand im Getriebe, wie zufrieden sind die Kunden, das waren die Fragen.

WOMH 2016 - Besucher

Zunächst reagierten die Angesprochen natürlich etwas skeptisch auf mich. Die Antworten fielen zunächst etwas zäh und oberflächlich, um nicht zu sagen vorsichtig aus. Doch wir kamen recht schnell stets zum Kern.

Greifen wir das Gesprächsthema Vernetzung auf, das ich mit einem Verkäufer aus dem Rhein-Main Gebiet führte. Ob denn das Thema Vernetzung und Digitalisierung überhaupt schon bei den Kunden angekommen sei, außer eben bei den üblichen Großunternehmen? Die Antwort auf hessisch überraschte mich dann doch: „Nee, die Kunde treibe doch Linde vor sich her und könne net genug bekomme! Die Kunden haben ebbe verstande, was es mit der ganzen Kiste uff sich habe!“ Übersetzt: Die Kunden erwarten von Linde eine zunehmende Lösungsvielfalt vernetzter Systeme. „Natürlich gibts ach die Kunde, die das so net brauche, wenn die nur einmal am Tach die Teppichrolle von A nach B fahre, völlig ok.“ Sprich, nicht jeder Kunde muss und will ein System für das Flottenmanagement haben. Nicht jeder Kunde muss punktgenau sehen, in welchem Zustand sich die Fahrzeuge befinden. Da ich selbst aus der IT-Welt komme, ist das immer ein gutes Zeichen, wenn die Nutzer ein System nicht per se ablehnen, sondern sogar um Erweiterungen bitten, insofern ein betrieblicher Bedarf besteht.

Ein weiteres Gespräch drehte sich um die neuen Energiesysteme, alle voran die immer noch recht neue Lithium-Ionen Technik, die kräftig an Fahrt aufnimmt. Während sich die Automobilbranche schwer tut damit, sind alternative Antriebstechniken in der Welt der Logistiker schon längst angekommen, speziell die Nasszellen-Batterien. Ein Händler aus Bayern und Baden-Württemberg spielten sich in ihren jeweiligen Landesdialekten die Bälle zu (leider kann ich den Dialekt nicht besonders gut nachmachen).
Die neue Lösung mit Lithium-Ionen ist genau das richtige für meine Kunden. Die fahren mit den Bleisäurebatterien herum und warten förmlich auf einen Wechsel.
Bei mir ist das genauso. Klar steigen die nicht sofort um, noch laufen die alten Stapler gut damit. Aber der eine oder andere ist schon schwer am Überlegen, denn das Handling mit dem Austausch der Batterien macht keinen Spaß und braucht Platz.
Ja, genau. Ich kenne Kunden, die schicken ihre Mitarbeiter am Wochenende zum Austausch ins Lager.
Sicher, das mit dem Umstieg ist aber auch eine Kostenfrage. Die Lithium-Stapler sind nun einmal etwas teurer bei der Anschaffung, aber das amortisiert sich schnell, alleine das Handling, die Zeitersparnis, wenn man das alles zusammenrechnet, ist das ein absolut gutes Invest.
Passt schon, Linde hat da was richtig Gutes hingestellt zur richtigen Zeit. Hast Du Hunger, lass uns was Essen gehen!
Und weg waren die beiden Händler, ebenso wie ich im Gespräch schnell vergessen war.

So ging es mir reihum. Die Händler waren guter Dinge, dass Linde die richtige Mischung aus Produkten und Services bietet. Als Reporter hört man doch hin und wieder gerne auch Kritisches heraus, aber da war nicht wirklich etwas grundlegend Kritisches dabei. Andere Branche, anderes Bilder: Man muss nur auf eine Veranstaltung von Autohändlern gehen, um ganz andere Töne zu hören.

Vier Megatrends in der Intralogistik

Die World of Material Handling 2016 ist erfolgreich gestartet und bietet den 6.000 erwarteten Gästen aus aller Welt eine Hülle und Fülle an Informationsmöglichkeiten, sich auf den aktuellsten Stand der intralogistischen Herausforderungen zu bringen. Linde Material Handling hat hierzu vier zentrale Trends erkannt – Automatisierung, Vernetzung, Individualisierung und Energiesysteme – auf die unter dem Motto „linked perspectives“ während dem Event ausführlich eingegangen wird. Wie Linde darauf kommt? Die Antwort ist fast schon zu einfach: Kundennähe!

Kundennähe nur eine Phrase?

Man spürt und merkt es förmlich in allen Gesprächen mit den Mitarbeitern, die mir bis jetzt während dem Event begegnet sind. Sie leben diese Kundennähe, wie ich es bisher bei kaum einer anderen Firmen erlebt habe. Viele Unternehmen schreiben sich Kundennähe in die eigenen Prospekte, aber wie viele leben das wirklich? Wären alle Firmen so, gäbe es viel weniger schlechte Produkte und miese Services. Ohne Kundennähe versteht ein Unternehmen weder gute Produkte auf die Beine zu stellen noch mit der Zeit und den Kunden mitzugehen. Es ist wohl kein Zufall, aber ich habe es in den Gesprächen mit den Gästen nicht nur einmal gehört: „Linde ist das Amt für Gabelstapler!“ und das darf gerne als höchste Auszeichnung verstanden werden, stellvertretend für die Detailliebe und Qualitätsansprüche, die man hier bei der Umsetzung an den Tag legt. Im Ausland sagt man dazu wohl „made in Germany„.

Andreas Krinninger zur Kundennähe

Diese Kundennähe bestätigte Andreas Krinninger (CEO Linde Material Handling) explizit, indem er die zahlreichen Gäste mit den Worten begrüßte: „Unsere Kunden dabei zu unterstützen, ihre Performance im Material Handling zu optimieren, ist unsere höchste Priorität! Unser Ziel ist es, das Unternehmen zu sein, das die Herausforderungen seiner Kunden bei der Steuerung ihrer Materialflüsse am besten versteht und die Potenziale erkennt, um ihre Leistungsfähigkeit zu verbessern.“

Zu den vier Trends – Automatisierung, Vernetzung, Individualisierung und Energiesysteme – äußerte er sich wie folgt: „Diese vier Trends versprechen starke Wachstumsimpulse für den Intralogistiksektor. Die vier Trends werden die künftige Entwicklung unseres Angebot ganz wesentlich bestimmen. Wir müssen einen breiten Ansatz verfolgen, um unseren Kunden zu helfen, ihre immer komplexer werdenden Prozessketten zu optimieren.“

Was bedeuten die vier Trends konkret?

Christophe Lautray, Chief Sales Officer bei Linde Material Handling hat sie den Gästen ausführlicher erläutert. Fassen wir sie hier zusammen:

Visitors at linde womh 2016

Vernetzung

Der Schlüssel zur Effizienzsteigerung ist nicht mehr allein das Fahrzeug selbst, sondern die Einbindung in die Prozesse. Ausgehend von einer steigenden Zahl an Sensoren und Kommunikationssystemen wird die Welt der Intralogistik immer mehr zu einem durchgängigen, betrieblichen System. Man kann es sogar als eine Art von Betriebssystem verstehen. Unabhängig welche Maschine betrieben werden, unabhängig davon welche Software eingesetzt wird, das Betriebssystem sorgt für eine Verbindung aller Bestandteile.

Automatisierung

Mit dem stetig wachsenden Angebot an autonom fahrenden und hebenden Flurförderzeugen geht ein deutlicher Paradigmenwechsel einher: Die Grenzen zwischen manuell und vollautomatisch weichen mehr und mehr auf. Mehr noch, der Begriff der „smart factory“ deutet bereits an, wohin die Reise gehen wird. Automatisierte Fahrzeuge kommunizieren nicht nur mit WMS- und ERP-Systemen, sondern mit anderen Geräten, Rollbahnen, Toren sowie Maschinen und Anlagen.

Enregiesysteme

Knapper werdende Ressourcen, strengere Emissionsvorschriften sowie steigende Ansprüche an Nachhaltigkeit und Effizienz führen letztlich zu alternativen Energiesystemen. Schon heute setzen Kunden wie BMW auf Brennstoffzellen und Lithium-Ionen betriebene Fahrzeuge, um im gesamten Produktionsprozess das Gebot der Nachhaltigkeit in die Praxis umzusetzen. Das Thema Alternativen zur Bleisäure-Batterie wird bei immer mehr Kunden nachgefragt. Die Lithium-Ionen Technik wird hierbei in absehbarer Zeit einen markanten Anteil am Fahrzeugbestand aufweisen.

Individualisierung

Der wachsende E-Commerce Markt sorgt dafür, dass Losgrößen stetig kleiner werden und sich zugleich die Anforderungen an Kommissionierung und Warenumschlag grundlegend ändern. Damit steigt der Bedarf nach einer wachsenden Zahl an Varianten, Optionen und individuell gefertigten Produkten, um bei einer Steigerung von Effizienz, größerer Sicherheit und sinkenden Kosten im Wettbewerb Schritt halten zu können.

Und nun?

So! Jetzt haben wir vier große Trends kennengelernt. Aber was heißt das konkret für die betriebliche Praxis? Theorie hin, Theorie her, so stimmig das Bild auch sein mag. Ich werde während dem Event auf alle vier Bereiche mit zahlreichen Anwendungsbeispielen eingehen, aber auch die Gäste – ob Kunden, Experten oder Partner – dazu befragen, um es so lebendig und greifbar wie nur möglich zu gestalten.

Warum analoge Maschinen über kurz oder lang im Museum landen

Von den vier Themenwelten Automatisierung, Individualisierung, Energiesysteme und Vernetzung birgt besonders die letzte enormes Potential, wenn wir an eine zunehmend vernetzte Welt in naher und ferner Zukunft denken. Die Welt der analogen Maschinen, die weder über Sensoren noch Kommunikationssysteme verfügen, werden wir eines Tages im Museum sicherlich etwas nostalgisch bewundern dürfen.

Die Zukunft gehört den Maschinen, die untereinander vernetzt sind und mit dem Mensch sowie IT-Systemen über die Cloud in Echtzeit kommunizieren können. Es ist nicht weniger als eine revolutionäre Umwälzung der gesamten Supply Chain.

Mit ganz unterschiedlichen Lösungen spielt Linde bei dieser Entwicklung eine führende Rolle. Lassen Sie uns gemeinsam die Potentiale und Vorteile entdecken, die Digitalisierung und Vernetzung für den Betriebsalltag bieten – sie werden hier auf der WoMH auf ganz verständliche Art und Weise demonstriert: Mehr Sicherheit per App, digitaler Zugangskontrolle und Fahrerassistenzsystemen, effizientere Wartungszyklen durch das connect: Flottenmanagement, Linde MyLife oder die Service Manager App. Allein die neue Indoor-Lokalisierung, die Linde Connected Solutions hier vorstellt und dazu dient den Standort eines Fahrzeugs in Gebäuden zentimetergenau zu verfolgen, birgt gefühlt tausend verschiedene Anwendungsmöglichkeiten. Oder der Linde Safety Pilot, den es nun auch für die IC-Trucks, die Diesel- und Treibgasstapler gibt.

Ich hätte mich noch stundenlang mit den Experten unterhalten können, dieses Thema bietet aufregende Möglichkeiten, die es zu entdecken und zu verstehen gilt. Und ich werde die Fachleute weiter löchern und hier im Tagesreport auf einzelne Vernetzungs-Aspekte näher eingehen. Es lohnt sich auch, die Seite von Linde Connected Solutions zu besuchen. Dort erfahren Sie, wie das connect: Flottenmanagement-System von Linde am Hauptsitz des Keramikherstellers Villeroy & Boch in der Praxis funktioniert.

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Die weiteren Schwerpunkte sind: IndividualisierungAutomatisierung und Energiesysteme.

Variantenvielfalt in Hülle und Fülle

Mit rund 85 diversen Flurförderzeugmodellen und 6.000 Ausstattungsoptionen bietet Linde Material Handling schon in der Serie eine Hülle und Fülle an Möglichkeiten für jedwede Kundenanforderung. Im Schwerpunkt Individualisierung führen die Experten in das Thema ein und zeigen eine unglaubliche Variantenvielfalt. Darüber hinaus werden über die Hälfte der Linde Fahrzeuge mit hochspezialisierten Lösungen ausgestattet, wobei Linde hier auch auf unterschiedliche Partnerprodukte zurückgreifen kann, um das Gesamtsystem passgenau nach dem Kundenwunsch zu konfigurieren.

Um nur einige wenige Beispiele zu nennen, wenn es um Nachrüstlösungen für Bestandsfahrzeuge geht: Die gesetzlichen Anforderungen haben sich geändert? Statten Sie die Fahrzeuge mit dem „Orange Belt“ aus. Es wird eine bessere Steuerung im Verkehrsfluss benötigt? Implementieren Sie den „Linde Speed Assist“. Sie möchten Schäden vermeiden und zugleich die Verfügbarkeit verbessern? Dann ist das Nachrüst-Kit für die Zugangskontrolle „connect:ac“ die richtige Lösung, damit Fahrer achtsamer fahren und Geräte sowie Lagereinrichtung geschont werden.

Ein weiteres Highlight wird bei der Individualisierung gezeigt: Der neue Roadster wartet mit einem deutlich erhöhten Sichtfeld durch den Wegfall der A-Säulen auf – das ist nur durch die obenliegenden Neigezylinder möglich, die es nur bei Linde-Staplern gibt, wie ich gelernt habe. Im Demonstrationsareal im Außenbereich habe ich mich selbst vom spürbaren Vorteil des neuen Roadsters überzeugen lassen. Einfach reinsetzen und staunen!

WOMH 2016 - Linde Roadster

Die weiteren Schwerpunkte sind: Automatisierung, Vernetzung und Energiesysteme.

Faszinierendes Schauspiel automatisierter Lösungen

Automatisierung, Individualisierung, Energiesysteme und Vernetzung. Diese Bereiche repräsentieren die World of Material Handling 2016. Der Bereich Automatisierung bietet eine hochinteressante Demonstrationslage, die den Besuchern eine vollautomatisierte Lösung im Einsatz zeigt. Mit einigem Staunen verfolgen die Besucher die Bewegungen des neuen Hochregalstaplers K-MATIC, der zusammen mit dem P-MATIC Schlepper und dem L-MATIC AC Gegengewichtshochhubwagen eine hochpräzise Choreographie vollführt. Ein echtes Schauspiel, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Hierzu ein sehr kurzes Demo-Video im schnellen Zeitraffer:

Der Hochregalstapler K-MATIC entnimmt im Versuchsaufbau eine Palette aus dem Regalfach und befördert  sie zum Übergabepunkt. Der L-MATIC Hochhubwagen ist bereits informiert und übernimmt die Palette, um sie auf einer Rollenbahn abzusetzen. Dort erwartet der P-MATIC Schlepper die Palette, die abschließend in ein weiteres Regal transportiert wird. Zusätzlich sehen Sie, wie der P-MATIC in einem weiteren Durchlauf die Palette direkt zum wartenden L-MATIC Hochhubwagen fährt, der das Gut anschließend aufnimmt. Das alles erfolgt ohne menschlichen Eingriff.

Genau an dieser Demonstration können wir erkennen, wie die verschiedenen Ansätze der Linde Material Handling Hand in Hand gehen, linked perspectives eben. Die Vernetzungstechnologien verbinden die Steuerung, Sensorik, Navigation und den Austausch mit den Warensystemen. Die Automatisierungstechnik vereint beide Welten, die der Vernetzung und die der Produktlösungen.

Die Interaktionsmöglichkeiten beschränken sich jedoch nicht nur auf eine rein vollautomatisierte Lösung. Linde ermöglicht ebenso Mischlösungen mit manuell betriebenen Fahrzeugen. Sämtliche Maschinen der MATIC-Reihe sind hierzu mit Sensoren ausgestattet, um nicht nur zielgenau das Handling der Warenströme zu gewährleisten, sondern damit Mensch und Material stets sicher sind.

Faszinierend ist der richtige Ausdruck für diese Demonstrationsanlage!

WOMH 2016 - Automation Workshop

Die weiteren Schwerpunkte sind: IndividualisierungVernetzung und Energiesysteme.

Das Potential moderner Antriebstechniken

Die World of Material Handling geht unter dem Motto der „linked perspectives“ auf vier zusammenhängende Themenfelder ein: Automatisierung, Individualisierung, Vernetzung und Energiesysteme. Jeder dieser vier Bereiche wird in der Ausstellung, in Workshops und Produktpräsentationen eingehend behandelt. Wir zeigen Ihnen kurz auf, welche Einzelthemen Sie dabei erwarten können.

Im zukunftweisenden Bereich „Energiesysteme“ werden sämtliche Fragen rund um die Lithion-Ionen-Akkus und die Brennstoffzelle behandelt. Die Besucher lernen die Potentiale und Vorteile der modernen, nachhaltigen Antriebstechniken kennen, die in den kommenden Jahren einen deutlichen Anstieg im Betriebseinsatz verzeichnen werden. Umso wichtiger ist es, sich darüber so früh wie möglich zu informieren.

Zudem werden mögliche Varianten verfügbarer Batteriekapazitäten aufgezeigt, ein vergleichender Bezugsrahmen zu Bleisäure-Batterien hergestellt, sowie das Lademanagement und die Aufladezeiten, aber auch wichtige Sicherheitsaspekte besprochen. In einem beeindruckenden Crash-Test Video werden die sehr hohen Sicherheitsstandard von Linde deutlich. Erfahren Sie, wie das Batteriemanagement-System mit dem Fahrzeugsystem kommuniziert, welche Vorteile dieser Ansatz besonders bei niedrigen Ladezuständen birgt.

Natürlich haben die Gäste die Möglichkeit, sich vor und nach den Workshops von Experten auf dem ganzen Gelände in aller Ausführlichkeit informieren zu lassen, um die Einzelaspekte zu vertiefen. In den Folgebeiträgen des Tagesreports werden wir auf die einzelnen Produkte, Neuheiten und grundlegenden Aspekte näher eingehen.

Visitors at linde womh 2016

Die weiteren Workshops zu den Bereichen sind: IndividualisierungAutomatisierung und Vernetzung.

Bestes Wetter für den Start zur World of Material Handling 2016

Linde Material Handling muss bei Petrus ein gutes Wort eingelegt haben. Die Gäste aus dem In- und Ausland wurden mit strahlendem Sonnenschein zum Start der World of Material Handling 2016 begrüßt. Dann kann auch nichts mehr schiefgehen!

WOMH 2016 - H160

So war es dann auch. Die zahlreichen Gäste haben heute ein buntes und breites Programm zur Eröffnung des Kundenevents erlebt. Bis zum 25. Mai werden bis zu 6.000 Gäste aus aller Welt erwartet, um sich über die neuesten Produkte und Services zu informieren. Im Gegensatz zu einer üblichen Messe haben die Gäste alle Zeit der Welt, sich mit den Linde-Experten zu unterhalten und ihnen nach Herzenslust alle erdenklichen Fragen rund um die Intralogistik zu stellen. Dazu besteht genügend Anlass, denn die Welt der Logistik dreht sich immer schneller. Kunden erwarten flexiblere, effizientere und immer ausgefeiltere Angebote.

WOMH 2016 - our guests

Grau ist jedoch alle Theorie. Damit das alles lebendig und so praxisnah wie nur möglich erfahrbar ist, hat Linde Material Handling für die Gäste mehrere Areale aufgebaut, die verschiedene Themenwelten wie Automation, Individualisierung, Konnektivität und Energie repräsentieren. Powerpointfolien sucht man vergeblich. Praxis, Demonstrationen in Echtzeit und Expertise sind gefragt. Jeder kann zudem die diversen Flurförderzeuge selbst fahren, um sich selbst zu überzeugen. Wer Orientierung sucht, wer Fragen hat, wer ein Gefühl für die künftigen Intralogistik-Herausforderungen entwickeln möchte, wird auf der World of Material Handling fündig werden.

WOMH 2016 - Energy Area

Was ich nach meinem ersten Tag persönlich nur vollauf bestätigen kann. Dieses Event bietet eine unfassbare Menge an Eindrücken. Übliches Messe-Gedrängel, schlechte Hallenluft und dröhnende Musik sucht man hier vergeblich. Es ist bei besten Willen kaum vorstellbar, dass die Gäste enttäuscht nach Hause gehen werden. Die Gesichter der Gäste zumindest sahen heute sehr zufrieden aus.

Wer übrigens nachempfinden möchte, wo die heutigen Rennprofis ihr Handwerk erlernt haben, darf sich auf der eigens aufgebauten Kartbahn austoben. Wobei Sie eine Besonderheit erleben werden: Die Karts sind mit einem E-Motor ausgestattet. Das kennen sie bereits? Moment! Das Beste kommt erst noch. Die Karts von CRG – dem Marktführer für Rennkarts – sind tatsächlich mit einem Antriebsstrang ausgestattet, den Linde Material Handling eigens auf Basis der eigenen Technik angepasst und CRG zur Verfügung gestellt hat (nebenbei: das Fleetmanagment-System kommt auch von Linde). Bei einer Rekordfahrt mit dem ersten Linde E-Kart wurde eine Beschleunigung von 3,45 s von 0 auf 100 km/h gemessen! Das darf man sich gerne auf der Zunge zergehen lassen. Hätten Sie gedacht, dass der Antrieb aus den Gabelstaplern einem Kart Rennsportflügel verleiht?

CRG Kart

Ein ganz herzliches Hallo auch meinerseits. Bis zum 25. Mai werde ich im Tagesreport in aller Ruhe und Tiefe über die einzelnen Schwerpunktthemen berichten. Wer leider nicht mit dabei sein kann, wird dennoch hoffentlich auf diesem Wege die ganze Faszination der modernen Intralogistik-Lösungen miterleben können.

Anbei noch einige weitere Impressionen des Tages:

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Fotos: Andreas Reiter / Robert Basic

Robert Basic

Robert Basic

Robert Basic ist Diplom-Kaufmann und war sieben Jahre in der Deutschen Bank als IT-Projektleiter tätig. 2003 erfüllte er sich seinen Traum und machte sich als Blogger, Berater und Event-Gestalter selbständig. Seine Passion sind Menschen, sein Antrieb ist die Neugier: Zukunftstechnologien, Gadgets die das Leben verbessern, wirtschaftliche Zusammenhänge, die Entwicklung des Internets vom Web 2.0 über das internet of things bis hin zur Industrie 4.0, sozio-technisch getriebene Umwälzungen, Veränderungen der Arbeitswelten und Innovationen sind die Themen, die ihn antreiben und über die er seit mittlerweile fast 15 Jahren berichtet. Auf seinen Netzwerken und Blogs folgen ihm rund 36.000 Leser.
Bild: Sandra Schink

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